Chronik

Bezirk Vöcklabruck: Unbekannte legten in Fischzuchtanlage verbotene wie grausame Tierfallen aus

Bereits seit 1995 ist in der gesamten EU der Einsatz von als Tellereisen bezeichneten Tierfallen verboten - wegen deren Grausamkeit. Jetzt hat die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe mit Sitz in Lochen (OÖ) an der Grenze zum Flachgau Alarm geschlagen, weil mehrere solche illegale wie grausame Fallen im Gemeindegebiet von Pöndorf (Bez. Vöcklabruck/OÖ), nur wenige Minuten von Straßwalchen (Sbg) entfernt, entdeckt wurden.

Jürgen Stadler, Pressesprecher der Pfotenhilfe, sagte am Mittwochvormittag zu den "SN": "Spaziergänger haben am Sonntag die scharf gestellten, mit Fischen als Köder bestückten Fallen in einer Fischzuchtanlage entdeckt und uns informiert. Wir sind sofort hingefahren, haben alles dokumentiert und fotografiert und die zuständige Bezirkshauptmannschaft verständigt. Zudem bringen wir eine Sachverhaltsdarstellung bei der zuständigen Staatsanwaltschaft (Wels, Anm.) wegen Verdachts der Tierquälerei und auch wegen Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit ein."

Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler geht davon aus, dass es die Täter mit den ausgelegten Fallen - mehrere Tellereisen und zwei in der Wirkungsweise ähnliche Conibear-Fallen - auf streng geschützte Fischotter abgesehen haben: Ob der Besitzer oder Betreiber der Anlage unmittelbar damit zu tun habe, wisse man nicht. Da erhoffe man sich Aufklärung von den Behörden.

Tiere sterben durch Tellereisen einen qualvollen Tod

Tellereisen sind Fanggeräte, bei denen Tiere auf einen auslösenden Teller treten: die Falle klappt zu, ein Bein wird eingeklemmt, oft brechen Knochen - erst recht, wenn, wie im konkreten Fall, die Eisenbügel gezackt sind. Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler: "Die Tiere sterben einen qualvollen Tod." Laut den beiden Tierschützern sei die besagte Anlage nicht einmal ausreichend gesichert: "Da könnten etwa auch neugierige Kinder ohne Hindernis zu den Fallen gelangen und schwer verletzt werden."

Fallen waren am Mittwochnachmittag plötzlich weg

Bemerkenswert: Jügen Stadler berichtete dann am frühen Mittwochnachmittag den "SN", dass die besagten Fallen mittlerweile entfernt worden seien.

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