Chronik

Bezirkshauptmannschaften zogen Bilanz zu den Schneeeinsätzen

Neben zahlreichen anderen Organisationen spielten vor allem die Bezirkshauptmannschaften eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Schneemassen in den ersten beiden Jännerwochen.

Zogen gemeinsam Bilanz über die vielen Schneeeinsätze: die Bezirkshauptleute Harald Wimmer (Pongau), Bernhard Gratz (Pinzgau), Reinhold Mayer (Flachgau), Michaela Rohrmoser (Lungau) und Helmut Fürst (Tennengau) mit LH Wilfried Haslauer.  SN/lmz/neumayr/leo
Zogen gemeinsam Bilanz über die vielen Schneeeinsätze: die Bezirkshauptleute Harald Wimmer (Pongau), Bernhard Gratz (Pinzgau), Reinhold Mayer (Flachgau), Michaela Rohrmoser (Lungau) und Helmut Fürst (Tennengau) mit LH Wilfried Haslauer.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer lud nun die Bezirkshauptleute ein, um Bilanz aus den jeweiligen Bezirken zu ziehen und den Einsatz der vergangenen Wochen zu besprechen. "Es wurde alles Menschenmögliche getan, um die Versorgung und auch die Sicherheit für Einheimische zu gewährleisten", so Haslauer. "Die Bezirkshauptmannschaften waren dabei immer eine wichtige Anlaufstelle."

Flachgau:

Die von den Schneemassen am meisten betroffenen Gemeinden im Flachgau waren Faistenau, Hintersee, Hof, Thalgau, Ebenau und Plainfeld. Von 7. bis 14. Jänner war ein verkleinerter Einsatzstab in Faistenau stationiert. Neun Landesstraßen waren von den Schneemassen betroffen und mussten geräumt werden. Zwei Mal machten Hubschrauber sogenannte Downwash-Flüge, um die Bäume von schwerem Schnee zu befreien.

Assistenzeinsätze des Bundesheeres gab es in Thalgau, Hintersee, Fuschl und Ebenau. Die Feuerwehr rückte mit 2168 Kräften zu 428 Einsätzen. Bezirkshauptmann Reinhold Mayer hat "noch nie einen so perfekt abgestimmten Einsatz erlebt" und hob unter anderem "den hervorragenden Einsatz des österreichischen Bundesheeres und die perfekte Medienarbeit" als große Hilfe hervor.

Tennengau:

Der Tennengau wurde von den Schneemassen ebenfalls stark heimgesucht. Erst am Montag konnte die B 159 über den Pass Lueg wieder für den Verkehr freigegeben werden. Mitarbeiter der Straßenmeisterei Tennengau räumten den Schnee aus den Rückhalteräumen und Netzen. Damit ist deren Schutzfunktion wieder intakt. Auch in den nächsten Tagen steht die Schadensaufarbeitung im Vordergrund. Die Tennengauer Feuerwehren kamen auf 213 Einsätze mit 1105 Mann. Für Bezirkshauptmann Helmut Fürst war vor allem der Landeseinsatzstab "ganz wichtig bei der Koordinierung der Einsätze der verschiedenen Organisationen, um ein Durcheinander zu vermeiden. Das wurde perfekt abgearbeitet."

Pinzgau:

Einige Tage abgeschnitten und von vielen Straßensperren betroffen waren im Pinzgau vor allem die Saalachtal-Gemeinden Weißbach, Lofer, St. Martin und Unken. Auch in Rauris, Dienten und Maria Alm sowie Saalbach-Hinterglemm gab es Schwerpunkte. Die Verbindung zwischen Saalfelden und Unken, die B 311, war mehrmals gesperrt, ebenso die L 111 (Glemmtal Landesstraße), die L 112 (Rauriser Landesstraße) und die B 178 - Loferer Straße über den Pass Strub nach Waidring in Tirol sowie auch der Dientner und auch der Filzensattel. Spezialisten des Bundesheeres waren hier neben Dachräumungen und Downwash-Flügen auch für Erkundungen zur Lawinenlage und zum manuellen Sprengen von Lawinen im Einsatz. 882 Einsatzkräfte der Feuerwehren rückten 115 Mal aus. "Es war eine sehr intensive Zeit. Insgesamt ist die Koordination mit dem Landeseinsatzstab sehr gut verlaufen", resümiert Bezirkshauptmann Bernhard Gratz.

Pongau:

"Hotspots" waren im Pongau die B 99, die Katschberg-Straße, von Untertauern nach Obertauern und der Dientner Sattel. Sperren der B 99 bedeuteten immer wieder eine große Herausforderung für die Versorgung von Obertauern. In der Birgkarhütte am Dientner Sattel waren zwölf Personen eingeschlossen. Es gab große Lawinenabgänge im Bereich Hochkönig Süd.

Die ÖBB-Strecke am Pass Lueg zwischen Golling-Abtenau und Werfen war vorübergehen aufgrund hoher Lawinengefahr gesperrt. Die Feuerwehren rückten zu 149 Einsätzen mit 912 Mann aus. Ein Katastrophenzug des Bezirks half sogar in Bayern mit zehn Fahrzeugen und 56 Mann aus. "Die Moral der Einsatzkräfte war immer sehr hoch", erinnert sich Bezirkshauptmann Harald Wimmer, "so konnte die Situation sehr gut bewältigt werden."

Lungau:

Neben der Twenger Seite des "Hotspots" Obertauern war hier vor allem die Gemeinde Muhr, die teilweise nicht zu erreichen war, betroffen. Unter anderem ging an der L 211 (Muhrer Landesstraße) bei Hemerach eine Lawine ab. Die Siedlung Lenzlbrücke in Zederhaus war einige Zeit ohne Stromversorgung. Mit 175 Einsatzkräften rückten die Feuerwehren im Lungau zu 22 Einsätzen aus. "Der einberufene Bezirkskatastrophenschutzbeirat war hier die Drehscheibe für Koordination und Kommunikation", betont Bezirkshauptfrau Michaela Rohrmoser. "Dieser war mit allen Gemeinden, Rettungs- und Blaulichtorganisationen und weiteren Institutionen in ständigem Lageaustausch."

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.11.2020 um 03:18 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/bezirkshauptmannschaften-zogen-bilanz-zu-den-schneeeinsaetzen-64884172

Kommentare

Schlagzeilen