Chronik

Biosphäre - oder die Chance zur Veränderung

Akzeptanz für Biosphärenpark liegt im Lungau bei 90 Prozent - Dynamik kommt deshalb aber noch lange nicht von allen Seiten in das Projekt.

"Ihre Geschichte hat die Lungauer Bevölkerung vorsichtig gemacht. Die Sehnsucht nach Neuem steht der Angst vor Veränderung gegenüber. In diesem Spannungsfeld gilt es, die Biosphäre Lungau zu etablieren. Letztlich stehen wir zwischen der Gruppe jener, die alles dem Naturschutz unterordnen, und jener, die alles für den wirtschaftlichen Aufschwung tun. Dass es dazwischen eine ganzheitliche Regionalentwicklung gibt, dass es um die Selbstverantwortung für unseren Lebensraum geht, dass muss nach und nach in die Köpfe der Lungauer", meint Markus Schaflechner, seit 2015 Manager der Biosphäre-Region. Immerhin wurde er vom Ein-Mann-Team dank finanzieller Hilfsbereitschaft von Gemeinden und Land auf ein kleines Team mit zwei Kolleginnen "erweitert".

Derzeit arbeitet man in einer europäischen UNESCO-Biosphärenpark-Gruppe mit dem Walsertal, den Kärntner Nockbergen, der Schwäbischen Alp, dem Schwarzwald, dem Entlebuch bei Luzern und dem Engadina Val Müstair in einem Forschungsprojekt zusammen.

Schaflechner gegenüber den "LN": "Die Region Nockberge hat bei deutlich kleinerer Fläche und weniger Gemeinden als der Lungau drei Mal so viele Vollzeitmittarbeiter. Budget- und Personalressourcen unserer Kollegen in der Schweiz sind für uns wohl unerreichbar. Dort herrscht ein ganz anderes Verständnis zur Biosphärenidee. Die Schweizer Kollegen arbeiten aber auch schon seit dem Jahr 2001 als Biosphärenregion."

In einer aktuellen Fragebogenaktion wurde deutlich, dass die Lungauer heute zu 90 Prozent pro Biosphärenpark sind. Speziell die Arbeit an den Schulen trägt Früchte. Der Manager: "Früher wurde viel zu wenig miteinander geredet. Da sind wir mittlerweile auf einem guten Weg und mit der ,Reinen Lungauer' haben wir ein Leuchtturmprojekt, das widerspiegelt, welch hochwertige Lebensmittel wir zur Verfügung haben. In dem Zusammenhang sind in den vergangenen Jahren gute Projekte entstanden. Das ist für mich eine echte Zukunftsperspektive, wozu es aber den Konsumenten und den Freien Markt braucht.

Wir sind eine rund 1000 Quadratkilometer große Region ohne Verkehrsampel. Für uns ist Lichtverschmutzung kein Thema. Meine Aufgabe ist es, Zukunftsbilder zu erzeugen und zu verdeutlich, dass es sich lohnt, für die Idee Biosphäre einzustehen."

Dass Zustimmung zur Veränderung von einem gewissen Leidensdruck abhängig ist, steht für Schaflechner außer Frage. Der ist im Lungau mit Sicherheit noch nicht erreicht. Er sieht die Biosphäre für alle Initiativen im Lungau als "kleinsten gemeinsamen Nenner" auf unterschiedlichsten Gebieten - und führte das gegenüber den "Lungauer Nachrichten" so aus:

"Im touristischen Kontext ist das Prädikat als Auszeichnung zu sehen. Auf Ferienmessen loben sich alle, aber wir sind einer von drei Biosphärenparks in Österreich, einer von 600 in aller Welt. Die UNESCO ist weltweit anerkannt. Den Wettbewerbsvorteil gilt es zu stärken - mit eigenen Wanderungen und Rangers, die das Gebiet repräsentieren. Andere Regionen haben uns gezeigt, dass man einen langen Atem braucht, will man eine Biosphärenregion etablieren. Gelingt das, dann haben wir eine sehr gute Chance in Zukunft ein attraktiver und intakter Lebens- und Wirtschaftsraum zu bleiben."

Aufgerufen am 27.09.2020 um 03:16 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/biosphaere-oder-die-chance-zur-veraenderung-61463272

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