Chronik

Blank Manuskript: "Art-Rock" auf höchstem Niveau

Die Salzburger Art-Rock-Band präsentierte vergangene Woche ihr bis dato wichtigstes Album - denn während der ersten Aufnahmen zum Album vor fast fünf Jahren fand die Band auch zu sich selbst.

"Ich kenne kaum eine Band, die so ernsthaft und akribisch arbeitet, egal ob in ihrer Musik, bei Kostümen und beim Bühnenbild", lobte Markus Grüner-Musil, langjähriger Leiter der Salzburger ARGE und als solcher einer der ersten Förderer von Blank Manuskript.

Diesen Anspruch unterstreicht die Salzburger Artrock-Band mit ihrem neuen Album "Krásná Hora" einmal mehr, das die fünf Musiker am vergangenen Donnerstag präsentierten. Zudem ist das komplexe Werk nicht nur musikalisch ein Meilenstein der mittlerweile zehnjährigen Bandgeschichte: Der Albumname steht für das tschechische Dorf, in dem die Band Ende 2014 die ersten Ideen für das heutige Album wälzte und sich auch gewissermaßen selbst fand: "Seit damals spielen wir immer in derselben Besetzung, ohne Aushilfen, jeder hat seine anderen musikalischen Projekte reduziert oder beendet und seinen Fokus komplett auf ,Blank Manuskript' gelegt", sagt Bassist und Bandmanager Alfons Wohlmuth.

Gründungsmitglied Jakob Aistleitner ist seitdem wieder fix an Bord nach einigen Jahren Pause, Schlagzeuger Jakob Sigl, bis dato zeitweilige Aushilfe, wurde fixes Mitglied, ebenso Gitarrist Peter Baxrainer. "Peter hat von Beginn immer wieder live ausgeholfen, Gitarrenparts bei Alben eingespielt und war bei jedem Besetzungswechsel wieder im Gespräch. 2014 hat es dann gepasst und wir haben Nägel mit Köpfen gemacht", sagt Wohlmuth.

Ein Leben zwischen Individualität und Gemeinschaft

Das neue Konzeptalbum beschreibt in acht Stücken ein Leben von der Geburt bis zum Tod zwischen radikaler Individualität und gemeinschaftlicher Identität bis hin zur Selbstaufgabe - auch die Band selbst bewegt sich bei ihrer Arbeit zwischen diesen Polen. "Jeder bringt seine individuellen Ideen ein, aber es steht immer das Konzept, das Thema des Songs, im Vordergrund."

Fast fünf Jahre lang feilte die Band an dem Album - auch live (hier in der Salzburger ARGE im Februar 2018). Aufwendige Bühnenbilder und Kostüme sind seit jeher ein wichtiges Element im Gesamtkonzept von "Blank Manuskript".

Musikalisch ist die Band nach wie vor keiner Schublade zuzuordnen, sondern bedient sich ganz im Gegenteil selbst aus allen verfügbaren Schubladen. "Wir nennen es Artrock, weil es einen größeren Rahmen bildet. Es ist sozusagen Programmmusik mit Rockinstrumenten", sagt Wohlmuth.

Auftritte in halb Europa

Rund 30 mal im Jahr stehen die fünf Musiker in halb Europa auf der Bühne, von Großbritannien über Deutschland und Österreich bis Italien und die Niederlande - sehr viel für derart anspruchsvolle Musik weit weg vom Mainstream.

In Salzburg führen sie am 18. Oktober in der ARGE Kultur ihr erstes Album "Tales from an island" gemeinsam mit dem Projektchor der Ursulinen-Gymnasiums auf, am 25. November spielen sie mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik im großen Saal des Mozarteums und im März 2020 bringen sie das Musical "Jesus Christ Superstar" zur Aufführung.

Aufgerufen am 14.10.2019 um 08:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/blank-manuskript-art-rock-auf-hoechstem-niveau-76695304

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