Chronik

Blutspenden muss auch in Corona-Zeiten funktionieren

Auch am Thema Blutspenden geht die Corona-Zeit nicht spurlos vorüber. Die Motivation der Spender im Land Salzburg hat sie aber während des Lockdowns nicht gedämpft - ganz im Gegenteil.

In Zeiten von Masken tragen und Abstand halten möchte man meinen, der Blutspendedienst des Roten Kreuzes müsste es noch schwerer als sonst haben, Spender zu finden. Im Frühjahr war allerdings das Gegenteil der Fall: "Das Blutspenden ist ja ausgenommen von den strengen Ausgangsbeschränkungen des Lockdowns, im Frühjahr und auch jetzt. Und im Frühjahr hatten wir sogar mehr Spender als sonst, das hat uns, ehrlich gesagt, auch gewundert", sagt Rotkreuz-Sprecherin Roberta Thanner. "Vielleicht, weil Leute gemerkt haben, ,es ist eine Möglichkeit, Gutes zu tun, und jetzt habe ich die Zeitreserven dafür'."

2019 haben in Salzburg rund 21.000 Personen Blut gespendet, so kamen rund 32.500 Blutkonserven (à 450 ml) zusammen. Im Tennengau waren es 2019 rund 2300 Personen, deren Spenden rund 3600 Blutkonserven ergeben haben. Die Krankenhäuser sind auf die Blutspenden angewiesen: Rund 32.000 Konserven werden im Land Salzburg durchschnittlich pro Jahr gebraucht - und eine Konserve ist nur 42 Tage haltbar. "In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt, aber nur 3,5 Prozent der Bevölkerung ab 18 gehen zur Spende", sagt Thanner. "Deshalb gilt: Egal, ob Sie selbst spenden können oder nicht, erzählen Sie, wie wichtig Blutspenden ist. Und motivieren Sie dadurch jene, die als Spender infrage kommen, diese gute Tat zu setzen."

"Gerade jetzt zählt jede Blutspende"

In dieselbe Kerbe schlägt Landesrettungskommandant Anton Holzer aus Hallein, der den Blutspendedienst im Land leitet: "Gerade jetzt zählt jede Blutspende. Der Blutbedarf in den Spitälern ist auch während der Corona-Pandemie unverändert geblieben. Jede Spende ist wichtig, um Leben retten zu können. Durch die strengen Hygienemaßnahmen bei den Blutspendeaktionen ist die Sicherheit der Blutspender immer gewährleistet."

Daher finden die Blutspendeaktionen auch in Zeiten von Lockdowns weiterhin statt, in größeren bzw. mehr Räumen, damit die Abstände gewahrt bleiben, mit Masken tragen, Hände desinfizieren etc.

Auf das Corona-Virus wird nicht getestet

Auf das Coronavirus wird man bei der Blutspende allerdings nicht getestet. RK-Sprecherin Thanner erklärt: "Nein, denn es gibt keinerlei wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Covid-19 über Blut übertragbar wäre. Nach derzeitigem Erkenntnisstand kommt das Virus nur bei einem sehr geringen Anteil infizierter Personen in die Blutbahn. Diese Personen zeigen schwere Krankheitssymptome und kommen somit als Blutspender sowieso nicht infrage."

Seltene Blutgruppen werden dabei nicht speziell gesucht oder bevorzugt - je häufiger eine Blutgruppe in der Bevölkerung vorkommt, desto häufiger werden Konserven dieser Blutgruppe gebraucht. Umgekehrt werden seltene Blutgruppen seltener gebraucht, sind aber auch schwieriger zu bekommen. Die am häufigsten vorkommende Blutgruppe ist laut Rotem Kreuz die Gruppe A positiv mit 37 Prozent, die seltenste ist AB negativ mit einem Prozent. "Wir sind über jede Blutspende froh und dankbar. Wir bitten daher Menschen aller Blutgruppen, regelmäßig ans Blutspenden zu denken", betont RK-Sprecherin Roberta Thanner.

Daten & Fakten zum Blutspenden

Grundsätzlich kann jeder zwischen 18 und 70 Jahren Blut spenden - man muss nur mindestens 50 kg wiegen und gesund sein. Erstspender dürfen zum Zeitpunkt der Spende nicht älter als 60 sein.

Die Sicherheit beim Blutspenden gewährleistet eine gewissenhafte Beantwortung des Fragebogens - darin werden Krankheitssymptome der letzten Wochen abgefragt. Und bis zu zwei Wochen nach dem Spenden soll man etwaige Hinweise auf einen Infekt melden.

Alle acht Wochen kann man spenden. Männer dürfen innerhalb eines Jahres sechs Mal Blut spenden, Frauen fünf Mal, da sie durch die Menstruation monatlich ohnehin eine gewisse Menge Blut verlieren.

Ausschlussgründe gibt es natürlich auch so einige - aus der Blutspende werden lebensrettende Medikamente gewonnen, die Verträglichkeit für potenzielle Empfänger muss gewährleistet sein. Schon kleinste Krankheitskeime könnten verheerend sein.

Nach einer Krankheit, von Allergien über Fieberblasen bis zum Zeckenbiss, darf man einige Zeit (je nach Schwere der Krankheit) nicht spenden. Bestimmte Gründe wie Infektionen mit HIV oder Hepatitis, Suchtgiftmissbrauch oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen zum permanenten Ausschluss. Details unter www.blut.at, per E-Mail an blutspendedienst@s.roteskreuz.at oder unter 0662/43 99 27.

Die nächsten Blutspendetermine im Tennengau finden im Pfarrsaal Adnet statt (Mittwoch, 18. November, 16 bis 20 Uhr) und in der alten Turnhalle (Markt 106a) in Kuchl (Montag, 30. November, 15 bis 20 Uhr). Weitere Termine und Möglichkeiten zum Blutspenden gibt es unter www.roteskreuz.at/ sbg/blutspende.


Aufgerufen am 24.11.2020 um 10:45 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/blutspenden-muss-auch-in-corona-zeiten-funktionieren-95105380

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