Chronik

Bluttat im Lehener Park: Angeklagte zeigen vor Urteil Reue

Am heutigen Donnerstag werden die Urteile im Prozess um das Tötungsdelikt im Lehener Park gefällt.

Bluttat im Lehener Park: Angeklagte zeigen vor Urteil Reue SN/robert ratzer
Am Tatort.

Sechseinhalb Monate wurde im Salzburger Landesgericht der Prozess um eine Auseinandersetzung mit tödlichem Ende im Lehener Park verhandelt. Am Mittwoch hatte jener Jugendliche das letzte Wort, der am 22. September 2015 einem 50-jährigen Mann einen tödlichen Stich mit einem Messer versetzt hatte.

Von der hintersten Bank des Gerichtssaals trat der heute 16-jährige Afghane ganz nach vorn zu Richterin Bettina Maxones-Kurkowski und entschuldigte sich in seiner Muttersprache. "Es tut mir leid, was passiert ist. Es war keine Absicht. Ich bereue es zutiefst und entschuldige mich bei den Freunden des Opfers."

Was sich bei der chaotischen Auseinandersetzung an jenem Abend im Lehener Park genau abspielte, konnte auch der monatelange Prozess nicht im Detail klären. Fest steht, dass der Bluttat eine Auseinandersetzung zwischen einem jungen Afghanen und einem Türken wegen einer Frau vorangegangen war.

Am Abend des 22. September trafen sich schließlich Verwandte des Türken mit dem Afghanen und einigen Freunden. Es kam zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, an deren Ende der 16-jährige Afghane dem 50-jährigen Türken einen Stich versetzte. Der Verletzte verstarb Stunden später im Spital.

"Woher er das Messer hat, weiß er selbst nicht mehr."

Der Rechtsanwalt des 16-Jäh rigen, Wolfgang Hauptmann, rechtfertigte in einem rund einstündigen Plädoyer die Tat seines Mandanten. Er sei eigentlich nur in den Park gekommen, um mit seinen Freunden zu feiern. Er sei zum Tatzeitpunkt auch stark alkoholisiert und von zwei Ecstasy-Tabletten beeinflusst gewesen. "Es gibt ja auch Zeugenaussagen, wonach er sich kaum auf den Beinen halten konnte." Bei der Schlägerei sei er kaum beteiligt gewesen, er griff erst ein, als zwei der Türken seinen Freund zum Auto zerrten. "Woher er das Messer hat, weiß er selbst nicht mehr. Er hatte es jedenfalls nicht mitgenommen." Der 50-Jährige sei auf ihn losgegangen, obwohl er ein Messer in der Hand hielt. "Er ging rückwärts und machte Abwehrbewegungen. Dabei hat er dem Mann den Stich versetzt." Es handle sich keinesfalls um Mord, sondern um Notwehr.

Sein Mandant sei bezüglich des tödlichen Stichs von Anfang an geständig gewesen, er beantrage einen Freispruch.

Staatsanwalt Leon Karisch hatte einen Tag zuvor in seinem Plädoyer die Vorwürfe aus der Anklageschrift bekräftigt. Der 16-Jährige habe den Stich von hinten in den Rücken mit großer Wucht ausgeführt. Er habe den 50-Jährigen sehr wohl töten wollen. Er sei wegen Mordes zu verurteilen.

Neben dem 16-jährigen Hauptangeklagten wandte sich auch noch jener 18-jährige Afghane an das Gericht, dessen Streit mit einem Türken wegen eines Mädchens zu der Auseinandersetzung geführt hatte. Er habe nicht gewollt, dass die Sache so ende. 2015 sei kein gutes Jahr für ihn gewesen. Er sei nun auf dem richtigen Weg. Und auf Deutsch fügte er noch an: "Ich bitte noch um eine Chance, ja?" Am heutigen Donnerstag sollen die Urteile verkündet werden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 11:36 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/bluttat-im-lehener-park-angeklagte-zeigen-vor-urteil-reue-838603

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