Chronik

Bluttat in Salzburg-Lehen: Polizei setzt bei Tätersuche auf "gute Hinweise"

Zahlreiche Anrufer meldeten sich nach Veröffentlichung des Phantombilds.

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen vor einem Lokal in Lehen ist der Täter weiter auf der Flucht. Die Polizei veröffentlichte am Freitag ein Phantombild, das jenen Mann zeigen soll, der am Dienstagabend auf einen 46-jährigen Bosnier und dessen 24-jährigen Sohn feuerte. Der Vater starb, der Sohn erlitt einen Oberschenkeldurchschuss. Die Ermittler sind zuversichtlich, dass der Täter - mutmaßlich ein Kosovare oder Albaner - bald gefasst wird. "Es sind Hinweise eingegangen, die wir als gut qualifizieren", sagte Sprecherin Nina Laubichler.

Der Betreiber des Lokals in der Ignaz-Harrer-Straße versucht unterdessen, wieder zur Normalität zurückzukehren. Seit Dienstag ist die Bar wieder geöffnet. In den Tagen nach der Bluttat im Gastgarten blieb geschlossen, "aus Respekt vor den Opfern", wie der Lokalchef Ende der vergangenen Woche schilderte.

Indes wird im Fall der am 20. Oktober 2018 in Zell am See erschossenen Modeverkäuferin in absehbarer Zeit eine Mordanklage erwartet. Bekanntlich steht ein damals 17-jähriger Pinzgauer in dringendem Verdacht, die 20-Jährige vor ihrer Wohnung durch Schüsse aus einer umgebauten Schreckschusspistole vorsätzlich getötet zu haben. Seit Ende Dezember sitzt nicht nur der Schütze - er räumt die Schüsse ein - in U-Haft, sondern auch ein nun ehemaliger Freund von ihm. Diesem, zur Tatzeit auch 17 Jahre alt und nicht geständig, lastet der Staatsanwalt Bestimmung zum Mord an: Er soll den Erstbeschuldigten zur Tat angestiftet, die Tatwaffe besorgt und am Tatabend als Chauffeur des Fluchtautos fungiert haben.

Robert Holzleitner, stv. Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte am Dienstag, die Ermittlungen seien "noch nicht abgeschlossen". Laut den Verteidigern des Duos, Michael Ringl und Peter Lechenauer, dürfte aber der Abschlussbericht der Polizei bald vorliegen und dann in absehbarer Zeit Anklage erhoben werden. Auf Basis der erstellten Gutachten einer Neuropsychiaterin wird die Staatsanwaltschaft dann wohl auch die Einweisung des Duos in eine Anstalt für zwar zurechnungsfähige, aber höhergradig abnorme Rechtsbrecher beantragen.

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