Chronik

Böller und Raketen: Die großen Angstmacher für Tiere

Feuerwerke stellen ein gravierendes Problem für Haus- und Wildtiere dar. Ein Silvesterfeuerwerk ist purer Stress für Tiere. Wie wäre es mit einem Verzicht?

Für viele Menschen sind sie ein fixer Teil der Feiern zur Jahreswende. Und nicht wegzudenken. Aber für Tiere ist die Silvesternacht immer wieder aufs Neue ein Albtraum.

Wildtiere, Katzen und Hunde nehmen den ohrenbetäubenden Lärm, die hellen Blitze und die unbekannten Gerüche oft als lebensbedrohliche Situation wahr. Feuerwerke versetzen sie nicht nur in Todesangst und Panik.

Mehr noch: Sie können tatsächlich zur tödlichen Gefahr werden. "Wer ein Herz für Tiere hat, feiert deshalb das Jahresende möglichst ohne Raketen und Knallkörper", appelliert LH-Stellvertreterin und Tierschutzreferentin Astrid Rössler.

Es gibt keinen Gewohnheitsfaktor

Der Gewohnheitsfaktor stelle sich nicht ein: Das Krachen der Böller, zischende Raketen und helle Blitze würden viele Hunde und Katzen in Angst und Panik versetzen. Immer wieder.

Von derartigen traumatischen Erlebnissen könnten Tiere erhebliche Schäden in Form von Angststörungen davontragen. Neben dem für die Tiere ohrenbetäubenden Lärm kann selbst der Geruch von gezündeten Feuerwerkskörpern einen Fluchtinstinkt auslösen.

Katzen sollten daher nur kurz aus dem Haus gelassen werden und auf keinen Fall die Silvesternacht im Freien verbringen. Durch die Blitze und die Knallerei können Hauskatzen zu panikartiger Flucht veranlasst werden und in weiterer Folge die Orientierung verlieren. Es besteht die Gefahr, dass die Katzen dann nicht mehr nach Hause zurückfinden.

Hunde möglichst nicht alleine lassen

Hunde sollten ihren gewohnten Tagesablauf beibehalten können und wenn möglich nicht allein gelassen werden. Besonders wichtig sei, dass man als Besitzerin oder Besitzer Ruhe bewahre, da sich Hunde sehr stark am Befinden von Herrchen oder Frauchen orientieren.

Der Abendspaziergang ist deshalb bei Tageslicht zu empfehlen. Hunde sollten auf keinen Fall von der Leine gelassen werden. In der Wohnung wiederum wäre es ratsam, Radio oder Fernseher laufen zu lassen und die Tiere zu beschäftigen.

Sollte das Tier besonders empfindlich sein, könnten Beruhigungstropfen oder Beruhigungsmittel verabreicht werden. Eine Beratung durch den Tierarzt im Vorfeld sei aber dringend zu empfehlen.

Auf Feuerwerke auf Almen und Hütten verzichten

Fernab vom Trubel des Alltags auf Hütten zu feiern boomt. Egal, ob auf einer Almhütte oder bewirtschafteten Hütten der alpinen Vereine. Dort lasse sich Ruhe im kleinen, gemütlichen Kreis genießen.

Rössler: "Viele Menschen meinen, ihrer Lebensfreude durch das Abschießen von Feuerwerken besonderen Ausdruck verleihen zu müssen."
Das stelle für die heimischen Wildtiere ein gravierendes Problem dar. Diese lebten im Winter am absoluten Limit. Sie würden den Energiehaushalt auf ein Minimum reduziern, um besser überleben zu können.

"Wenn sie dann mitten in der Nacht durch undefinierbare Lichteffekte und ohrenbetäubendem Krach von ihren angestammten Futterstellen oder aus den sicher scheinenden Einständen vertrieben werden, kehren sie oft wochenlang nicht mehr zu diesen zurück", erklärte Landesrat Josef Schwaiger.

Mangels anderer Nahrungsquellen ernähren sie sich dann von der Rinde der Bäume, was mit dementsprechenden Schäden am Wald einhergeht. Noch schlimmer ergeht es dem aus den abgewehten Hochlagen vertriebenen Gamswild, für das eine einzige lautstarke Feierstunde den sicheren Tod bedeuten kann.
Mittlerweile gehen immer mehr Hüttenpächter mit gutem Vorbild voran und verzichten freiwillig auf das Abschießen von Feuerwerken, so etwa im Pongau die Betreiber der Kleinarler- und der Ostpreußenhütte. Wie die Rückmeldungen zeigen, wird dieser freiwillige Verzicht von den Gästen gerade in unserer lauten Zeit dankbar angenommen.

"Wer in den Bergen oder auf einer Hütte Ruhe sucht, sollte diese genießen und nicht selber mutwillig stören. So leistet man auch einen aktiven Beitrag zum Tierschutz", betonte Hubert Stock, Leiter von "respektieredeinegrenzen" und gibt einen Überblick, wie man auf Wild und Wald Rücksicht nehmen kann:

• Bei diversen Feiern auf Hütten auf keinen Fall Feuerwerke abschießen;

• Schilder, Markierungen und "Ruhezonen" beachten;

• Fütterungen und freien Äsungsflächen des Wilds großräumig ausweichen;

• Während der Dämmerungs- und Nachtzeit nicht mehr im Wald oder auf dem Berg aufhalten;

• Wiederaufforstungsflächen meiden, die Skikanten zerstören die jungen Bäumchen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 02:09 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/boeller-und-raketen-die-grossen-angstmacher-fuer-tiere-583708

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