Chronik

"Böse Bilder" wollen an die Öffentlichkeit

Die Rifer Künstlerin Andrea Lacher-Bryk öffnet am 9. 6. ihr Atelier - und dazu gleich ihr ganzes Haus.

Andrea Lacher-Bryk in ihrem Atelier, das sie am 9. Juni erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich macht. SN/sw/Strübler
Andrea Lacher-Bryk in ihrem Atelier, das sie am 9. Juni erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich macht.

Gezeichnet hat Andrea Lacher-Bryk schon immer. Sei es als Kind, als sie ihre ersten Versuche im Nachzeichnen der Asterix-Figuren machte, oder später, während ihrer Zeit bei der Flugsicherung und in den 14 Jahren, in denen die studierte Biologin für das Haus der Natur arbeitete.

"Ich habe immer nebenher gezeichnet. Alles andere war mir zu wenig kreativ", sagt die gebürtige Stadt-Salzburgerin, die seit vielen Jahren mit ihren zwei Söhnen und Ehemann Franz in Rif wohnt.

Noch mehr als die Aquarell- und Acrylmalerei war es die politische Karikatur, die sich über die Jahre als Schwerpunkt ihrer Arbeit herauskristallisierte. "Man kann dabei mit wenigen Mitteln sehr viel sagen. Die Vielschichtigkeit taucht oft einfach auf", sagt Lacher-Bryk.

Ihr Atelier hat sich die Tochter eines Bildhauers und einer Malerin im obersten Stockwerk ihres Wohnhauses in Rif eingerichtet - mit Blick auf die Barmsteine, den Dürrnberg und den Hohen Göll. Beim "Tag der offenen Tür" am kommenden Samstag von 10 bis 18 Uhr wird gleich das ganze Haus zum Atelier umfunktioniert. Ihre Karikaturen, die mittlerweile auch auf T-Shirts und Schirme gedruckt werden, sowie Aquarelle und Acrylmalereien werden über die gesamte Wohnfläche verteilt präsentiert.

"Es wird ein Rundgang durchs Haus mit vielen Möglichkeiten, sich hinzusetzen und die Bilder wirken zu lassen, aber auch zu reden über Dinge, die einem wichtig sind", sagt Lacher-Bryk. In ihrem Fall ist das sehr oft die Politik. Viele ihrer "Bösen Bilder" zielen auf Politik und Gesellschaft ab, gerade auch vor kontroversen Themen schreckt sie dabei nicht zurück.

Einige ihrer Werke hat sie bereits über die virtuelle Kunstgallerie "Saatchi Art" verkauft. Immer wieder melden sich auch private Auftraggeber. Jüngster Erfolg der Riferin: Seit Kurzem gibt es zwei ihrer Karikaturen als Etikett auf amerikanischem Craft-Bier aus Houston.

Den Tag der offenen Tür sieht Lacher-Bryk als Möglichkeit, von Freunden und langjährigen Weggefährten Abschied zu nehmen. Ende Juli fliegt sie zusammen mit Ehemann Franz und ihrem jüngeren Sohn für ein Jahr nach Neuseeland. "Wir wollen Abstand gewinnen nach einem schwierigen Jahrzehnt", sagt Lacher-Bryk. Ihr zehnjähriger Sohn ist seit einem ärztlichen Behandlungsfehler vor einigen Jahren gehörlos. In der Folge musste sie ihre Arbeit aufgeben. Die Kunst ist ihr geblieben.

Aufgerufen am 16.08.2018 um 09:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/boese-bilder-wollen-an-die-oeffentlichkeit-28867876

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