Chronik

Borkenkäfer-Alarm: Land Salzburg rät zum raschen Aufarbeiten von Schadholz

Das Wetter entscheidet über das Ausmaß der Plage. Gefährlich wird es, wenn im Frühjahr warmes Wetter herrscht. Dann finden "Buchdrucker" und "Kupferstecher" genügend Nahrung - und vermehren sich rasch.

Lokalaugenschein im Forst: Landesrat Josef Schwaiger und Landesforstdirektor Michael Mitter. SN/lmz/hutter
Lokalaugenschein im Forst: Landesrat Josef Schwaiger und Landesforstdirektor Michael Mitter.

Die Rekordschneemengen im Jänner 2019 und einige Stürme haben Salzburgs Wäldern zugesetzt. Landesrat Josef Schwaiger: "Das bringt ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Borkenkäfer, die sich bei günstigen Witterungsbedingungen explosionsartig vermehren können. Deshalb ist eine wirkungsvolle Waldhygiene gerade jetzt wichtig."

Schäden in Salzburg sind bisher "grundsätzlich überschaubar"

Von einigen Ausreißerjahren wie 2005 abgesehen, seien die Schäden durch Borkenkäfer in Salzburg grundsätzlich überschaubar, heißt es. Im Durchschnitt sind der "Buchdrucker" und der "Kupferstecher", die zwei Hauptarten, für 180.000 Festmeter Schadholz pro Jahr bei ihren bevorzugten Kinderstuben, den Fichten, verantwortlich. Das sind rund zehn Prozent des jährlichen Zuwachses.

Geschwächte und umgefallene Bäume bieten ideale Brutstätten

Gefährlich für den Baumbestand wird es, wenn die Insekten durch warmes Wetter im Frühjahr aktiv werden und genug Zeit für eine mehrfache Vermehrung bekommen. Wenn sie darüber hinaus ideale Brutstätten in geschwächten oder umgefallenen Bäumen vorfinden, dann ist mit einer starken Verbreitung zu rechnen. "Im Vorjahr konnte der Buchdrucker fast im gesamten Flachgau und in Teilen des Saalach- und Salzachtales drei Generationen durchlaufen, ansonsten fast durchwegs nur zwei. Das bedeutet bei zwei Generationen eine bis zu 5000-fach höhere Vermehrungsrate, bei drei Generationen ist diese bis zu 250.000-fach", erläutert Forstdirektor Michael Mitter.

Bei mildem Wetter beginnt das Schwärmen schon Ende März

Sollten die derzeitigen eher milden Temperaturen anhalten, ist mit einem frühen Schwärmbeginn Ende März beziehungsweise Anfang April zu rechnen. "Ideale Voraussetzungen für die Ausbildung mehrerer Generationen und einer explosionsartigen Vermehrung", sagt Mitter. Er empfiehlt, befallene Bäume rasch zu entfernen und zu entrinden. "Durch weiteres konsequentes Aufarbeiten bruttauglicher und befallener Bäume kann auch in Zukunft der Schaden in Grenzen gehalten werden."

Quelle: SN

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