Chronik

Brennpunkt Bahnhof: Polizei zählt immer mehr Straftaten

Mit Anfang August verstärkte die Polizei ihre Kontrollen im Stadtgebiet von Salzburg massiv. Jetzt wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Brennpunkt Bahnhof: Polizei zählt immer mehr Straftaten SN/robert ratzer
Die Polizei kontrolliert verstärkt am Hauptbahnhof.

Fakt ist: Die Anzahl der im Umfeld des Salzburger Hauptbahnhofes begangenen Delikte hat sich im Vergleich zu 2015 deutlich erhöht - besonders stark im Bezug auf Diebstähle, Körperverletzungen, Suchtgift und die dazugehörige Kleinkriminalität, berichtet die Polizei.

Zusätzlich zu den zwölf Beamten sind deshalb nun auch täglich acht bis zwölf zivile Schengen-Fahnder speziell im Bahnhofsbereich unterwegs. Es werde mehrmals pro Tag rigoros kontrolliert. Auch die Einsatzeinheit sowie Polizisten der Diensthundeinspektion würden in diesem sensiblen Bereich kontrollieren und patrouillieren.

Und, so die Ankündigung der Polizei: Die Öffentlichkeit werde weiterhin über die Schwerpunktkontrollen am Salzburger Hauptbahnhof informiert.

Am Mittwoch teilte die Polizei mit, dass seit der letzten Verschärfung der Kontrollen im August 2016 allein die Schengen-Fahnder (AGM) bei Schwerpunktkontrollen am Hauptbahnhof 18 Personen mit Suchtmitteln ertappten.

Über 30 Mal sei zudem dem Gericht der Aufenthaltsort gesuchter Personen mitgeteilt worden. Zwei Haftbefehle wurden vollzogen und 20 Personen ohne gültige Aufenthaltsberechtigung angezeigt. Interessantes Detail: Eine der Personen war in der Lage, eine Strafe von über 3000 Euro zu bezahlen. Deshalb unterblieb eine Festnahme.

Sechs Festnahmen durch Schengen-Fahnder

Die Schengen-Fahnder nahmen sechs Personen über Auftrag des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) fest. Und: Wäre es früher schwierig gewesen Bettlern eine Strafverfügung zuzustellen, da "die Personen meist nicht auffindbar waren", werde jetzt bei Übertretungen unmittelbar vor Ort eine Strafverfügung von der Behörde übermittelt. Bei Ausländern, auch EU-Bürgern, die eine Straftat begangen hätten (Suchtmittelbesitz, Diebstahl) werde dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl über die Straftat berichtet.

Auffällig oft kamen die Bahnhof-Straftäter aus Marokko, Rumänien, Algerien und Afghanistan. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der angezeigten Marokkaner wegen Diebstahls und Suchtmittelbesitzes von unter zehn auf über 40 (Jänner bis Juli). Bei den Diebstählen hätte sich die Zahl der Anzeigen gegen rumänische, afghanische und algerische Täter verdoppelt. Auf diese Entwicklungen wäre bereits Anfang des Jahres reagiert worden.

Verstärkung aus den Bezirken und Videoüberwachung

Zusätzlich zu Beamten des Stadtpolizeikommandos würden im Bereich um den Salzburger Hauptbahnhof auch Kräfte aus den Bezirken sowie Sondereinheiten eingesetzt. Dabei schöpfe die Polizei alle rechtlichen Möglichkeiten aus.

Regelmäßig stellten die Beamten im Bahnhofsbereich Suchtmittel sicher, berichten dem Gericht über gesuchte Straftäter und nehmen Personen fest, gegen die ein Haftbefehl bestehe. Die Staatsanwaltschaft werde umgehend informiert. Die setze dann weiteren Maßnahmen. Zudem würden große Bereiche des Bahnhofsvorplatzes durchgehend mit Videokameras überwacht. Das helfe bei der Überführung von Straftätern und bei der Verbrechens-Aufklärung.

Chronologie: Mit mehr Kontrollen und mehr Polizeipräsenz wurde im Jänner gestartet. Zivile und uniformierte Kräfte verstärken seither die Polizeipräsenz im Bahnhofsbereich und der Innenstadt. Die Bahnhofs-Polizisten werden bei ihrer Arbeit von Schengen- Fahndern (AGM), der Diensthundeinspektion (DHI) und der Einsatzgruppe für Straßenkriminalität (EGS) unterstützt. Ab Februar setzte die Polizei für sieben Wochen noch schärfere Maßnahmen. Die Einsatzeinheit (EE) war rund um die Uhr im Einsatz. In Gruppen eingeteilt, patrouillieren die Beamten in der Stadt Salzburg und zeigen Präsenz. Zeitlich angepasst und flexibel, würde vor allem im Bahnhofsbereich, der Elisabeth-Vorstadt und der Salzburger Innenstadt kontrolliert.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 12:47 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/brennpunkt-bahnhof-polizei-zaehlt-immer-mehr-straftaten-1172551

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