Chronik

Bub starb nach Operation in Salzburg: Prozess im Dezember

Lauf Strafantrag handelten die beiden Angeklagten, ein Kinderchirurg und ein Anästhesist, "auffallend sorgfaltswidrig".

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Das Drama um den kleinen David, der im April 2018 im LKH Salzburg nach einer laut späteren Gutachten nicht indizierten Mini-Operation starb, wird am 11. Dezember am Landesgericht verhandelt. Auf der Anklagebank müssen zwei jetzt nicht mehr in den Landeskliniken (SALK) tätige Oberärzte Platz nehmen. Vorwurf: grob fahrlässige Tötung. Den Prozess führt Strafrichterin Gabriele Glatz.

Die Angeklagten, ein Kinderchirurg und ein Anästhesist, hatten damals den 17 Monate alten Buben wegen eines aufgeplatzten, wenige Millimeter kleinen Blutschwämmchens an der Wange operiert. Der Bub, der gut zwei Stunden zuvor gegessen hatte, atmete Erbrochenes ein, es kam zur Minderversorgung des Hirns mit Sauerstoff. Er wurde ins Koma versetzt, elf Tage später starb er.

Die Vorwürfe im Strafantrag sind massiv: Die Oberärzte hätten "durch auffallend sorgfaltswidriges Handeln" den Tod Davids verursacht. Sie hätten am 16. April 2018 den Eingriff unter Narkose durchgeführt "trotz wiederholter Hinweise der Eltern", dass ihr Bub zwischen 18.30 und 19 Uhr gegessen habe. Die Dringlichkeit der OP sei ob des "lebensbedrohlichen Aspirationsrisikos beim nicht-nüchternen Kleinkind nicht gerechtfertigt" gewesen. Dem Kinderchirurgen wird konkret angelastet, die OP nicht aufgeschoben und keine "konservativen Möglichkeiten der Blutstillung" des Schwämmchens angewendet zu haben. Der Anästhesist soll bei der - im konkreten Fall grundsätzlich nicht angezeigt gewesenen - Wahl einer Vollnarkose "das kritische Dosierungslimit" überschritten haben.

Rechtsanwalt Helmut Hüttinger verteidigt einen der Ärzte: "Es ist das Schlimmste, was einem Arzt passieren kann, wenn ein Kind bei einer Behandlung stirbt." Zum Strafverfahren könne er derzeit nichts sagen - "es ist ein laufendes Verfahren".

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