Chronik

Bügeln lenkt vom Rauchen ab

Woche zwei der Rauchentwöhnung: Abgekaute Nägel und Schmerzen.

In sechs Wochen rauchfrei - wir begleiten drei Salzburger auf diesem Weg. SN/sw/vips
In sechs Wochen rauchfrei - wir begleiten drei Salzburger auf diesem Weg.

Die "Stadt Nachrichten" begleiten drei Salzburger bei ihrer Rauchentwöhnung. Sechs Wochen dauert die Nichtraucherschulung von AVOS Prävention & Gesundheitsförderung. Wie geht es ihnen in Woche zwei?

Rauchfrei in
sechs Wochen



Die 29-jährige Lehramtsstudentin und Kellnerin Jacqueline Schrott sieht sich auf einem guten Weg. Just am Tag unseres Anrufs macht sie einen Proberauchstopp. Es ist 14 Uhr. Wie läufts? "Alle Fingernägel sind abgekaut", sagt sie. Um sich abzulenken, habe sie Bügeleisen und -brett ausgepackt und bügle nun den ganzen Berg. "Die Zigaretten schwirren im Kopf herum", sagt sie. Außerdem habe sie sich einen Plan zurechtgelegt, um beim Spaziergang mit dem Hund möglichst an keiner Trafik vorbeizumüssen. Halte sie den Tag durch, wolle sie bis zur nächsten Sitzung nichts mehr rauchen, sagt Schrott. Geholfen habe ihr das von der Kursleiterin in Auftrag gegebene Tagebuch. "Wenn man sich jede Zigarette bewusst machen muss, lässt man schon viele weg. Zwei, drei statt zwölf rauche sie nun an Arbeitstagen: "Meistens rauchst du ja doch nur aus Langeweile oder zur Zeitüberbrückung."

Und Herr O., wie geht es Ihnen so? Bei Josef O. - der 54-Jährige arbeitet mit Jugendlichen und will anonym bleiben - ist alles beim Alten. Heißt: 15 Zigaretten am Tag. Den Probestopptag hat er noch vor sich. O. wollte ihn auf einen Tag legen, an dem er früher heimkommt. "Weil nämlich in der Arbeit die größte Gefahr lauert - ergeben sich zwischendurch Pausen, ist das Verlangen am größten." Der 70-jährige Josef Kienast klagt bei unserem Rundruf über starke Schmerzen in Rücken und Lunge. Er hat seit Beginn der Nichtraucherschulung keine (!) Zigarette mehr geraucht - und das bei einem vorherigen Konsum von einer Schachtel am Tag. Den "Stadt Nachrichten" sagt er, er spüre den Entzug, nehme auch Schmerztabletten und wolle sich Nikotinersatz-Kaugummi besorgen. Möglicherweise sei er es zu radikal angegangen und müsse wieder einen Schritt zurückgehen, räumt er dann noch ein.

Kursleiterin Beatrix Höllbacher-Kneip sagt, das liege in seinem Ermessen. Bei Schmerzen rät die Psychologin jedoch zu einer Abklärung durch den Arzt. Vorläufig nur zur Probe aufzuhören, nehme vielen die Angst. Ernst wird es in der nächsten Sitzung, wo sich jeder auf einen individuellen Rauchstopptag festlegt, ab dem dann alle Raucherutensilien verschwunden sein sollten und wirklich nicht mehr geraucht wird.

Höllbacher verspricht, ihren Schützlingen dafür bewährte Strategien mitzugeben: Nämlich bei Verlangen die Situation zu verlassen, viel, viel Wasser zu trinken oder etwas Scharfes zu essen, um sich geschmacklich abzulenken. Ein Apotheker machte die Raucher bereits mit Nikotin-Ersatzprodukten bekannt. Und stieß zumindest bei Schrott auf taube Ohren: "Das Pflaster nehme ich wegen der Neurodermitis nicht, der Kaugummi schmeckt grausig und der Spray - geh bitte. Genau die Handbewegung möchte ich ja wegbringen." Außerdem sei ihre Hauptmotivation, Geld zu sparen. Das gelinge aber nicht, wenn sie sich in der Apotheke teure Ersatzpräparate holt.

Aufgerufen am 20.06.2018 um 05:27 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/buegeln-lenkt-vom-rauchen-ab-24266305

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