Chronik

"Bürokratie ist frustrierend"

Sepp Schellhorn gründete die private Initiative "One Hotel One Family."

Sepp Schellhorn SN/sw/robert ratzer
Sepp Schellhorn

Der Goldegger Gastronom und Hotelier Sepp Schellhorn sorgte mit seiner privaten Initiative und Idee dafür, dass zahlreiche Hotels in Österreich und Europa Räume für ukrainische Familien rasch, unbürokratisch und kostenlos zur Verfügung stellten. Seine Idee: Jeder Beherbergungsbetrieb öffnet Herz und Tür und nimmt eine Familie auf.

Redaktion: Sie haben selbst Familien bei Ihnen Unterkunft gegeben?Sepp Schellhorn: Ja, sechs Frauen mit fünf Kindern, nach wie vor haben wir welche untergebracht. Es ist einfach eine Möglichkeit, die Menschen gut dezentral zu integrieren.

Ich bin auch der Volksschule Goldegg sehr dankbar für die engagierte Hilfe bei den Kindern und auch bei den Deutschkursen. Eine Familie ist neu, denn eine frühere zog zu Freunden nach London weiter. Die Menschen sind so dankbar für die gezeigte Solidarität.

Wie geht es Ihnen mittlerweile mit Ihrer Initiative "One Hotel One Family"? Greift Sie noch?Ja, die Initiative ist nach wie vor aufrecht. Viele haben kostenlos nicht nur Geflohene untergebracht, sondern sie auch verpflegt. Die Nachfrage ist jetzt etwas weniger geworden.

Wie schnell bekommen die Menschen eine Grundversorgung bzw. die "Blaue Karte", um auch arbeiten zu können?Eine raschere Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen wäre wichtig. Die Geflüchteten treffen auf ein Land, dem die Fachkräfte ausgehen. Es ist ein großes Bedürfnis dieser Menschen da, auch zu arbeiten. Die Frauen sind sehr gut ausgebildet, aber können zu lange nichts tun, weil die offizielle Bewilligung ausständig ist. Uns fehlen Fachkräfte quer durch alle Sparten. Wir bräuchten diese Unterstützung am Arbeitsmarkt sehr dringend. Die Bürokratie bei uns ist teilweise frustrierend.


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