Chronik

"Chilly", "Easy", "Pepper" oder "Sky": 18 Lawinenhunde trainierten in Annaberg den Ernstfall

Pistengeräten der Donnerkogel Bergbahnen präparierten zwei "ideale" Suchgebiete. Für 18 erfahrene Einsatzhunde und Junghunde galt, Verschüttete im Schnee zu suchen und auszugraben. Auch die Hundeführerinnen und Hundeführer mussten die Schulbank drücken.


Hundeführerinnen und Hundeführer der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg verbrachten vier Tage im Skigebiet Dachstein West in Annaberg, um ihre vierbeinigen Retter intensiv für den Einsatzfall zu trainieren. 18 Lawinenhundeteams warteten dabei darauf, fiktiv verschüttete Personen im Schnee zu suchen und rasch auszugraben. Die Palette der Vierbeiner reichte dabei vom wenige Monate alten Junghund bis zum erfahrenen Einsatzhund.

"So eine perfekte Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich"

Um für Lawinenhunde aller Alters- und Ausbildungsstufen ein Trainingsgelände zu gestalten, bedarf es viel Zeit und Mühe. Hilfe kam von den Donnerkogel Bergbahnen im Skiregion Dachstein West. Mit Pistengeräten wurden zwei ideale Lawinenfelder errichtet. So konnten sowohl die erfahrenen Einsatzhunde optimal auf den realen Lawineneinsatz vorbereitet werden, als auch junge Hunde ihre ersten Erfahrungen sammeln. Carolin Scheiter, die für die Ausbildung der Hunde verantwortlich ist: "Die momentane Schneelage hat uns in der Vorbereitung natürlich Kopfzerbrechen bereitet. Durch die kostenlose Hilfe der Bergbahnen war es aber möglich, alle unsere Teams wirklich optimal auszubilden. So eine perfekte Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich. Und das bereits seit sieben Jahren."

"Im Ernstfall ist es wichtig, Automatismen abrufen zu können"

Auch die Hundeführerinnen und Hundeführer mussten die Schulbank drücken. Unter anderem wurden intensiv trainiert: Erste-Hilfe-Maßnahmen für die Hunde, das Sondieren sowie die Handhabe mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät. "Es ist wichtig die Handgriffe immer und immer wieder zu trainieren, damit die Teams im Ernstfall unter Stress solche Automatismen abrufen können."

Großes Lawinenunglück 1954 war der Anlass der Gründung

Die Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg wurde vor mehr als 65 Jahren gegründet. Anlass dafür war das große Lawinenunglück am Dachstein im Jahr 1954, bei dem 13 Menschen den Tod fanden. Aus einer anfangs kleinen Gruppe von Idealisten hat sich eine solide Einsatzorganisation mit erfahrenen Hundeführerinnen und Hundeführern entwickelt, denen es nicht an Nachwuchs mangelt. Die Staffel ist dem Katastrophenreferat der Salzburger Landesregierung unterstellt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 13.08.2020 um 07:29 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/chilly-easy-pepper-oder-sky-18-lawinenhunde-trainierten-in-annaberg-den-ernstfall-82249900

Kommentare

Schlagzeilen