Chronik

Christbaumverkauf startet: Jungbäume vertrockneten heuer durch die Hitze

Die Nordmannstanne ist immer noch der beliebteste Baum zu Weihnachten. 90 Prozent der Salzburger kaufen einen heimischen Baum.

Am Samstag geht es los mit dem Verkauf der Christbäume.  SN/APA/BARBARA GINDL
Am Samstag geht es los mit dem Verkauf der Christbäume.

Die Christbaumsaison startet. Die Mitglieder der Salzburger Christbaumbauern werden am Samstag, 1. Dezember mit dem Verkauf der Bäume loslegen. In Salzburg gibt es etliche kleine Christbaumbauern.

Hagel und Frost sind besonders schädlich

Hans-Peter Kreiseder ist einer von acht Salzburger Christbaumbauern der österreichweiten ARGE. Seit 1990 pflanzt die Familie Christbäume und hat seither erlebt, wie sehr das Produkt abhängig ist von Umwelteinflüssen. Dem "Knotzinger Bauern" ist etwa der Hagel im Juli 2009 in schmerzhafter Erinnerung geblieben. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Christbaumkultur fast vollkommen zerstört. Mittlerweile hat sich die Vegetation von diesem Ausfall wieder erholt. Aber viele unbrauchbare Bäume mussten gefällt werden, weil sie durch die Hagelstellen als Christbäume untauglich geworden waren.

Auch der Frost, vor allem der Spätfrost, macht jungen Christbäumen zu schaffen. Kommt der Spätfrost, sterben die frischen Triebe ab und verhindern einen schönen, kräftigen Wuchs im Frühling.

Hitze ließ Jungbäume vertrocknen

Der heurige Sommer war mit der Hitze ein besonderes Problem für die Christbaumbauern. Am Familienbetrieb Kreiseder, den Hans-Peter mit seiner Gattin Magdalena, den beiden Kindern Tobias und Lukas mit Hilfe von Mutter Maria bewirtschaften, vertrockneten heuer bis zu 70 Prozent der frisch gepflanzten Jungbäume aufgrund der Trockenheit. Bereits länger gepflanzten Bäumen konnte die Hitze und die Dürre heuer aber nichts anhaben. Sie wurzeln tiefer und sind daher besser versorgt.

Zu 90 Prozent "inländische" Bäume

2,66 Millionen Stück Christbäume werden jährlich in Österreich verkauft. Etwa 90 Prozent davon kommen tatsächlich aus Österreich, der Rest wird aus dem Ausland importiert. In Salzburgs Haushalten werden jährlich rund 150.000 Bäume zu Weihnachten aufgestellt. Auch hier stammen 90 Prozent aus Österreich. Ein Drittel davon wiederum aus Salzburg. Die restlichen Bäume stammen hauptsächlich aus Nieder- und Oberösterreich sowie der Steiermark. Ein kleiner Rest greift auf Bäume aus Holland, Norwegen, Ungarn oder Polen zurück.

Die heimischen Bauern haben eine Christbaumschleife als Beleg für heimische Qualität eingeführt. Diese Kennzeichnung garantiere, dass der Baum in Salzburg bzw. Österreich gewachsen, gepflegt und geerntet worden sei. Wer online nachsehen will, der kann unter www.weihnachtsbaum.at für jedes Bundesland die Mitgliedsbetriebe auswählen und einen Überblick über das individuelle Angebot erhalten.

Nordmannstanne stammt nicht aus dem Norden

Österreichweit gibt es rund 1000 Christbaumbauern. Mit über 65 Prozent Marktanteil ist die Nordmannstanne der Lieblingsbaum der Österreicher. Dabei stammt der Baum gar nicht aus dem Norden, wie man vermuten könnte. Die Nordmannstanne ist benannt nach Alexander von Nordmann (1803 bis 1866). Er stammt aus dem Kaukasus und dem ostpontischen Gebirge (Georgien, Russland, Türkei).

Tipps und Tricks: Drei Frische-Schnelltests

Der durchschnittliche Baum ist eine 1,6 Meter hohe Nordmannstanne zu einem Preis von 30 Euro. Die meisten Bäume werden erfahrungsgemäß in den letzten drei Tagen vor Weihnachten gekauft. Ob ein Christbaum frisch ist, merkt man an drei Tests: Beim Schütteltest schüttelt man den Baum kräftig. Ein frischer Baum verliert keine Nadeln. Beim Kratztest einfach ein Stückchen Rinde abkratzen. Das Holz eines frischen Baums ist darunter noch feucht. Beim Streichtest von innen nach außen über die Nadeln streichen. Ein frischer Baum behält seine Nadeln.

Wie lagere ich den Baum bis Weihnachten?

Damit der Baum auch bis Weihnachten schön und frisch bleibt, empfehlen die Christbaumbauern, den Baum kühl und dunkel aufzubewahren. Das Christbaumnetz soll von unten nach oben entfernt werden. Muss der Baum vor dem Aufstellen noch gelagert werden, dann unbedingt in einen Eimer Wasser stellen. Beim Aufstellen das Stammende zirka zwei bis vier Zentimeter beschneiden und dann in einen mit Wasser gefüllten Christbaumständer geben. Immer darauf achten, dass genügend Wasser im Behälter ist. Den Baum auch regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber besprühen, damit die Nadeln leicht feucht sind.

Einen Tipp gibt es noch zum Schluss: Der beste Zeitpunkt, um einen Christbaum zu ernten, ist der 19. Dezember - drei Tage vor dem Vollmond.

Quelle: SN

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