Chronik

Corona: 50-jährige Pflegerin aus Heim liegt in Salzburg auf der Intensivstation

Mit den steigenden Infektionszahlen landen auch wieder mehr Coronapatienten im Spital. Noch sind die Zahlen nicht alarmierend. Aber es gibt viele Parallelen zur Entwicklung im vergangenen Sommer.

Mediziner raten aufgrund der derzeit kursierenden, hoch ansteckenden Coronaviren dringend zur Impfung.  SN/stefanie schenker
Mediziner raten aufgrund der derzeit kursierenden, hoch ansteckenden Coronaviren dringend zur Impfung.

Die Salzburger Landeskliniken meldeten am Dienstag zum ersten Mal seit Mitte Juni wieder eine Coronapatientin auf der Intensivstation. Es ist eine 50-jährige Pflegerin aus einem Seniorenheim, die keine schweren Vorerkrankungen hatte. Führende Mediziner und Politiker alarmiert dabei zum einen die Tatsache, dass mit steigenden Infektionszahlen automatisch auch die Zahl der Covid-19-Fälle steigt, die im Spital behandelt werden müssen. Der Fall macht aber auch deutlich, dass gerade im Pflegebereich viele Bedienstete nach wie vor nicht geimpft sind.

Für Uta Hoppe, internistische Intensivmedizinerin und Sprecherin des Corona-Expertengremiums an den Landeskliniken, ist der Fall typisch und eine Warnung zugleich: Die Pflegekraft habe mit der Impfung noch zugewartet, weil sie unsicher gewesen sei. Tatsache ist, wie sie betont: "Zehn Prozent aller Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, landen derzeit im Spital. Und davon müssen wiederum 15 Prozent auf eine Intensivstation." Hoppe warnt vor allem die jüngeren Bevölkerungsgruppen davor, das Risiko einer Coronainfektion zu unterschätzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nichtgeimpfte mit den neuen Varianten anstecken, sei sehr hoch.

Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) ist beunruhigt, weil man gerade im Pflegebereich, aber auch bei Kindergartenpädagogen oder Lehrern in der Durchimpfungsrate noch viel Luft nach oben habe. Genaue Zahlen seien aus Datenschutzgründen schwer zu erheben, man sei auf Angaben einzelner Arbeitgeber angewiesen: Aber viel mehr als rund 60 Prozent der Bediensteten seien in diesen sensiblen Berufsgruppen nicht geimpft. In den Salzburger Landeskliniken läge hingegen die Impfrate bereits bei 80 Prozent.

Die Experten gehen jedenfalls davon aus, dass die derzeitige Durchimpfungsrate von rund 55 Prozent in der Gesamtbevölkerung Salzburgs nicht ausreichen wird, um die Spitäler davor zu schützen, zugunsten der Coronapatienten andere Bereiche stark zurückfahren zu müssen. Auch wenn nach einem explosiven Anstieg Ende Juli die Infektionszahlen zuletzt wieder gesunken sind. Landesstatistiker Gernot Filipp sagt, man habe den drastischen Anstieg auf Coronacluster im Pinzgau und Pongau zurückführen können. Impf- und PCR-Testpflicht für die Nachtgastronomie zeigten offenbar Wirkung.

Filipp rät dennoch zur Wachsamkeit. Nach seinen Angaben steigen ähnlich wie im August des Vorjahres die Infektionszahlen langsam, aber kontinuierlich. Aufpassen müsse man vor allem deshalb, weil es bereits wieder in 70 von 119 Gemeinden zumindest einen aktiven Coronafall gebe. Und jeder könne erneut einen Cluster auslösen.

Stöckl will jedenfalls verstärkte niederschwellige Impfmöglichkeiten anbieten. So werde ab nächster oder übernächster Woche ein zweiter Impfbus in den Gemeinden eingesetzt. Und was eine dritte Impfwelle im Herbst betreffe, sei man startklar. Zuvor müsse aber auf medizinischer Ebene geklärt sein, welche Alters- und Risikogruppen zuerst und vor allem mit welchem Vakzin geimpft würden.

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