Chronik

Corona: Red-Bull-Akademie wird nach Testspielreise zum "Cluster E"

Eine komplette Eishockey-Nachwuchs- Mannschaft samt Betreuern dürfte sich bei Spielen in Tschechien dem Coronavirus angesteckt haben. Haybäck: "Einen Cluster in der Größe hatten wir noch nie."

In der Red-Bull-Akademie gibt es einen Coronacluster: Nach SN-Informationen hat sich eine ganze Nachwuchsmannschaft aus dem Eishockeybereich bei einer Testspielreise in Tschechien angesteckt. Eishockey-Akademie-Leiter Helmut de Raaf bestätigte den SN den Sachverhalt: "Die betreffende Mannschaft war in der Vorwoche Freitag und Samstag zu Testspielen in Vítkovice und Olomouc unterwegs. Bei der Rückreise gab es keinen Verdacht, am Mittwoch wurde dann aber der erste Spieler positiv getestet."

Eine Ansteckung in Tschechien erscheint plausibel zu sein. Denn der "raketenhafte Anstieg der Infektionszahlen" (Austria Presse Agentur) setzt sich dort ununterbrochen fort. Für Donnerstag wurde in dem 10,7-Millionen-Nachbarland ein neuer Tagesrekord gemeldet - 3130 neue Fälle, und die Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg in den kommenden Tagen und Wochen.

Von den nun in Salzburg aufgetretenen Infektionen sind offiziell 28 bestätigt - und zwar "mit Stand Freitag, 10 Uhr". In einer Mitteilung des Magistrats Salzburg heißt es: "Mit heute, Freitag, definieren die Gesundheitsbehörden der Stadt einen neuen Cluster E. Dieser betrifft das U18-Eishockeyteam von Red Bull in der Jugendakademie in Liefering." Aktuell sollen bei zwei der Infizierten Covid-19-Symptome aufgetreten sein.

Michael Haybäck ist als Leiter der Bezirksverwaltung der Stadt Salzburg deren oberster Krisenmanager. Einen Cluster dieser Größe "hatten wir bisher noch nie, wir starten da quasi auf einem hohen Niveau", sagte er den SN.

Zur Vorsicht wurde der gesamte Trainings- und Spielbetrieb im Eishockey- und im Fußball-Nachwuchsbereich eingestellt. Auch die Meisterschaftsspiele in der Akademie der U15-, U16- und U18-Mannschaften am Samstag wurden abgesagt. Der Schulbetrieb wurde vorsichtshalber ebenso eingestellt. Die Schüler wurden darüber Freitag früh von der Akademieleitung informiert. "Bis jetzt ist kein Fußballer von einer Infektion betroffen. Es handelt sich um Vorsichtsmaßnahmen", erklärte Fußball-Akademie-Leiter Manfred Pamminger. Die Austragung des Meisterschaftsspiels in der 2. Liga zwischen dem FC Liefering und Horn am Samstag ist laut Pamminger derzeit nicht gefährdet: "Alle Spieler des FC Liefering wurden am Dienstag negativ auf das Coronavirus getestet. Sie hatten auch keinen direkten Kontakt zu anderen Mannschaften in der Akademie."

"Wir werden nun die geplanten Maßnahmen mit dem Land Salzburg besprechen und umsetzen", meinte de Raaf. Das führt der leitende Arzt Markus Klein für Red Bull durch. Laut Bezirksverwaltungschef Haybäck wurden für Freitag 120 Testungen angeordnet.

Die offizielle Mitteilung des Eishockeyclubs vom Freitagvormittag lautete: "In der Red-Bull-Eishockey-Akademie wurden weitere Nachwuchsspieler und Betreuer positiv auf Covid-19 getestet. Bezüglich der nächsten Schritte steht die Red-Bull-Eishockey-Akademie im engen Austausch mit den Behörden."

Nicht betroffen sind die Kampfmannschaften, da diese nicht in der Akademie trainieren. Die Eishockeymannschaft ist bereits Anfang August von der Akademie in den Volksgarten übersiedelt.

Das betroffene Team ist bis zum 25. September vor Ort isoliert und kaserniert. Aktuell konzentriert sich das Contact Tracing auf die drei betroffenen Schulen mit jeweils zwei Klassen in der Stadt Salzburg und das außerschulische Leben der Spieler. Alle anderen vor Ort befindlichen Jugendlichen und das Personal wurden im Laufe des Freitags mit einem Schnelltest getestet und nach einem negativen Ergebnis abgeholt oder nach Hause entlassen.

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