Chronik

Coronavirus: Bereits acht Erkrankte in Salzburg

Die Zahl der wegen des Coronavirus erkrankten Menschen in Salzburg ist mittlerweile auf acht gestiegen. Am späten Samstagabend meldeten die Behörden zwei weitere Fälle aus Saalbach-Hinterglemm, am Sonntag den nächsten.

Symbolbild. SN/dpa
Symbolbild.

Die Landessanitätsdirektion Salzburg ist Samstagabend darüber informiert worden, dass zwei weitere Personen positiv auf den Erreger SARS-CoV-2 getestet wurden. Es handelt sich dabei um zwei Mitglieder einer britischen Reisegruppe, die sich in einem Hotel in Saalbach-Hinterglemm in Quarantäne befindet. Die beiden Männer sind 44 und 49 Jahre alt und wurden vorsorglich ins Uniklinikum Salzburg gebracht.

Am Sonntag gab die Landessanitätsdirektion Salzburg bekannt, dass ein weiterer Fall eines positiv auf den Erreger SARS-CoV-2 getesteten Patienten in Salzburg aufgetreten ist. Es handelt sich ebenfalls um ein Mitglied der britischen Reisegruppe im Glemmtal. Der Mann befindet sich im Hotel in Quarantäne.

Den Behörden ist am Sonntag ein weiterer Verdachtsfall gemeldet worden. Ein Testergebnis steht noch aus.

61-jähriger Brite in stabilem Zustand

Das Rote Kreuz hatte bereits am Freitagabend einen erkrankten 61-jährigen Briten, bei dem am Donnerstag in Saalbach-Hinterglemm das Virus nachgewiesen worden war, in das Uniklinikum Salzburg überstellt. Der Zustand des Patienten sei stabil, er habe leichtes Fieber und Symptome einer grippalen Infektion, sagte Richard Greil, Vorstand der III. Medizin an den Salzburger Landeskliniken, zur APA. Ein 48-jähriger Pinzgauer, der in Fusch an der Glocknerstraße von seiner Lebensgefährtin angesteckt worden war, konnte den stationären Aufenthalt beenden und wieder in häusliche Versorgung unter Quarantäne verlegt werden, bestätigte Greil: "Er ist seit Donnerstag wieder zu Hause."

Die neun Reisebegleiter des Briten blieben zunächst unverändert in einem Hotel unter Quarantäne. Für die übrigen 35 Gäste des Hauses, das Personal und den Besitzer des Betriebs war aus Sicht der Gesundheitsbehörden keine Isolierung notwendig. Weder die Hotelgäste noch die Mitarbeiter wiesen bisher Symptome einer Coronaviruserkrankung auf. Laut Informationen des Landes sei die Gruppe zumeist unter sich geblieben und habe in einem separaten Raum gegessen. Die Briten seien nie länger als ein paar Minuten in direktem Kontakt mit anderen Personen gewesen. Der erkrankte Urlauber habe sich bereits seit Tagen in seinem Hotelzimmer aufgehalten. Weil er auf das Saubermachen des Zimmers verzichtet hatte, war auch das Reinigungspersonal nicht länger als eine Viertelstunde im Raum.

Corona-Patient in St. Gilgen

Das Coronavirus breitet sich auch in anderen Landesteilen von Salzburg weiter aus. Am Freitag hat das Land einen weiteren positiven Fall bestätigt: Der Test bei einem 37-jährigen Mann aus dem Raum Frankfurt verlief positiv. Der Deutsche ist derzeit zu Besuch bei Verwandten in St. Gilgen.

Die Behörde hat eine Quarantäne über den Betroffenen und seine Familie sowie eine weitere Person ausgesprochen. In Summe handelt es sich um sieben Personen. "Der 37-jährige Mann ist erst vor Kurzem angereist und hat mit niemandem im Ort Kontakt gehabt", sagte Bürgermeister Otto Kloiber. Die Gemeinde werde die Betroffenen unterstützen und die Bevölkerung auf ihrer Internetseite informieren.

Durch den neuen Fall stieg die Zahl der Erkrankten im Bundesland auf sieben, zwölf weitere Verdachtsfälle werden aktuell geprüft.

Werden Verdachtsfälle ausgeflogen?

Die Reisegruppe könnte in den kommenden Tagen zurück in ihre Heimat gebracht werden - so wie schon jene 62-jährige Deutsche und deren Begleiter, die kurzfristig am Mittwochabend vom Roten Kreuz aus Obertauern nach Köln gebracht worden waren. Bezirkshauptmann Bernhard Gratz: "Wir versuchen, einen Charterflug zu organisieren." Es gebe aber noch abzuklären, ob und wann der Transport erfolgen könne. "Weil nicht jede Charterfluglinie Erkrankte übernimmt." Laut Gratz gebe es zwei weitere Möglichkeiten: Die Gruppe könne die gesamten zwei Wochen in dem Hotel im Glemmtal unter Quarantäne gehalten werden. "Das halte ich eigentlich für unzumutbar", meinte der Bezirkshauptmann. Man prüfe als dritte Option die Einrichtung von externen Quarantänestationen, in denen infizierte Urlauber untergebracht werden könnten. Der Sprecher des Landes, Franz Wieser, dementierte Gratz' Aussagen am Freitagabend. Dass das Land Charterflüge organisiere, um Erkrankte auszufliegen, sei ausgeschlossen. Auch Quarantänestationen seien derzeit kein Thema. Die Reisegruppe dürfte wahrscheinlich im Hotel in Saalbach-Hinterglemm bleiben, sagt Wieser. "Wir bemühen uns, dass keine Hysterie oder Panik aufkommt", sagte Bürgermeister Alois Hasenauer. Stornierungen habe es bisher nur vereinzelt gegeben.

Quelle: SN

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