Chronik

Coronavirus: Salzburger Skigebiete bleiben offen, Hotels sprechen von "Totalschaden"

Die Tourismusbranche beobachtet die Entwicklung mit Sorge. In der Hotellerie gibt es zahlreiche Stornierungen und einen deutlichen Rückgang bei den Buchungen.

In den Salzburger Skigebieten geht der Betrieb weiter wie bisher. Dabei wird auch auf die Beförderungspflicht hingewiesen. SN/robert ratzer
In den Salzburger Skigebieten geht der Betrieb weiter wie bisher. Dabei wird auch auf die Beförderungspflicht hingewiesen.

In Italien ist die Wintersaison erledigt, der Skibetrieb eingestellt - eine Folge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus.

Auch in Österreich wurden am Dienstag drastische Maßnahmen von der Regierung verkündet. Was die Skigebiete betrifft, bleiben diese aber unberührt. Veronika Scheffer, Branchensprecherin der Salzburger Seilbahnen, sagt, eine Schließung oder Sperre der Skigebiete sei kein Thema. "Nein, zum momentanen Zeitpunkt können wir uns das nicht vorstellen. Alles Weitere wäre Spekulation." Man beobachte die Lage mit Sorge. "Wir sind aber auch der Meinung, dass man den Virologen glauben sollte, die eher den Ball flach halten", sagt Scheffer. Wirtschaftlich gesehen sei man mitten in der Saison. Und: "Wir sind kein Veranstaltungsort, sondern ein Skigebiet. Wir haben eine Beförderungspflicht, der wir nachkommen müssen. Wir können nicht einfach zusperren", sagt Scheffer. Wenn, dann gehe das nur auf Anordnung einer Behörde.

Bei den Hoteliers stellt sich die Situation anders dar - hier sind die Auswirkungen deutlich bemerkbar: "Es ist ein Totalschaden. Am Freitag und Samstag ist kein einziger Gast gekommen, wir stehen praktisch leer", klagt Familie Wieser, die seit Jahrzehnten den Leonharderhof in Grödig betreibt.

Der Anifer Hotelier Michael Friesacher berichtet von zahlreichen Absagen und Stornierungen: "Bis jetzt haben wir bis zu 20 Prozent Einbußen. Zum Glück zählen keine großen Gruppen zu unseren Gästen. Die Frage wird sein, ob die Osterfestspiele in Salzburg stattfinden oder nicht. Bei einer Absage wäre das auch für uns überaus schmerzvoll. Dann wird es giftig."

Matthias Winkler, Geschäftsführer der Sacher-Hotels in Salzburg und Wien, spricht von einem Einbruch: "Jänner und Februar waren überdurchschnittlich gut gebucht, seit Anfang März beträgt der Rückgang der Buchungen bis zu 70 Prozent. Das ist so massiv, das haben wir noch nie gesehen. Wir versuchen, unser Personal zu halten. Ich glaube, dass diese Entwicklung nicht zu Ostern zu Ende, sondern längerfristig sein wird."

Beim Flughafen Salzburg rechnet man, dass Fluglinien wegen sinkender Nachfrage ihre Pläne ändern. Für März wird erwartet, dass von rund 1000 Flügen 70 gestrichen werden, darunter 22 Flüge der Austrian Airlines von und nach Wien. Insgesamt sei rund ein Drittel der Businessverbindungen betroffen, sagt Flughafensprecher Alexander Klaus.

Besonders der Städtetourismus spürt die Auswirkungen jetzt. Die Zahl der Reisebusankünfte in der ersten Märzwoche in der Stadt Salzburg ist weiter rückläufig. Es kamen rund 50 Prozent weniger Busse an als im Jahr davor, Asien sei "total eingebrochen", sagt Tourismuschef Bert Brugger.

Aufgerufen am 28.05.2020 um 06:50 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/coronavirus-salzburger-skigebiete-bleiben-offen-hotels-sprechen-von-totalschaden-84654700

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