Chronik

Coronavirus - strafrechtliche Ermittlungen gegen Salzburger Narkosearzt eingestellt

Mediziner des Uniklinikums Salzburg war im März von einem privaten Aufenthalt im Tiroler Paznauntal nach Hause zurückgekehrt; nach einigen Tagen im Dienst wurde er positiv getestet. Laut Staatsanwaltschaft könne dem Arzt "kein strafrechtlicher Sorgfaltsverstoß angelastet" werden.

Symbolbild.  SN/bilderbox
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Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat die Ermittlungen gegen einen Narkosearzt wegen Verdachts der "fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten" eingestellt. Der Mann war im März im Paznauntal in Tirol auf Urlaub. Er wurde nach seiner Rückkehr positiv auf Covid-19 getestet. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich der Arzt sorglos verhalten hätte, begründete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag die Einstellung des Verfahrens.

Weiters konnte in dem Ermittlungsverfahren nicht geklärt werden, wo sich der Arzt tatsächlich mit dem Virus infiziert hat. Vermutet wurde, dass sich der Mann zwischen 5. und 7. März 2020 angesteckt hatte, als er sich in Tirol aufhielt. Es ging um die Frage, ob der Mediziner von einer Covid-19-Infektion gewusst habe, als er wieder in den Dienst am Uniklinikum Salzburg getreten ist.

Der Arzt gab an, dass er von einer Infektion nichts bemerkt habe. Als er noch in Tirol war, habe er sich am 4. März über etwaige Coronamaßnahmen informiert. Es habe aber weder eine Warnung von Behörden für das Bundesland Tirol noch für die Arlbergregion gegeben.

Nach der Rückkehr aus dem Skiurlaub in Ischgl soll der Anästhesist zunächst einen Tag Notarztdienst am Hubschrauber versehen und dann drei Tage im Uniklinikum Salzburg gearbeitet haben. Seinen Angaben zufolge war er zwischen 8. und 13. März symptomfrei. Als er am 13. März erfahren habe, dass das Paznauntal unter Quarantäne gestellt wurde, informierte er seinen Vorgesetzten über seinen Urlaub in Ischgl. Der Anästhesist wurde noch am 13. März auf das Virus getestet und ging aus dem Dienst.

Die Infektion wurde bestätigt. Das Uniklinikum leitete daraufhin weitreichende Maßnahmen ein, weil der Arzt im Krankenhaus Kontakt zu rund 100 Personen hatte. Nachdem er und seine Lebensgefährtin infiziert waren, wurden 33 Ärzte, 53 Pflegepersonen, 18 Patienten, drei Flugsanitäter und ein Pilot eines Notarzthubschraubers in Quarantäne geschickt.

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, hat der Narkosearzt Medienberichte bestritten, wonach er sich in Tirol in Lokalen sehenden Auges einer Gefährdungslage ausgesetzt habe. Er habe im fraglichen Zeitraum während des Urlaubs zwei Restaurants, zwei Geschäfte und einen Bekannten besucht, erklärte der Arzt.

Die Ermittlungen führten auch zu dem Ergebnis, dass es keine zuverlässige Möglichkeit gibt, den Ansteckungsort festzustellen. "Das wäre reine Spekulation", sagte Neher. Der Mann habe sich auch an einem anderen Ort in Österreich anstecken können.

Quelle: APA

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