Chronik

Coronawirbel beim Hauptbahnhof - so kam es zur Eskalation mit Schlägereien und Festnahmen

Mit Festnahmen, Anzeigen und einem Schwerverletzten hat ein Nachspiel zu einer Anti-Coronamaßnahmen-Demo beim Salzburger Hauptbahnhof geendet.

Riesenwirbel vor der Polizeiinspektion Hauptbahnof in Salzburg. SN/robert ratzer
Riesenwirbel vor der Polizeiinspektion Hauptbahnof in Salzburg.

Laut Polizeibericht hatte Sonntagabend ein Anfrufer gemeldet, dass eine größere Menschengruppe vor dem Salzburger Hauptbahnhof Pyrotechnik zündete. Polizeistreifen rückten aus. Sie trafen dort auf rund 20 Personen am Südtirolerplatz, die zuvor an der Corona-Maßnahmen-Demonstration in der Innenstadt teilgenommen hatten.

"Im Zuge der Kontrollen kam es seitens der Gruppe zu Lärmerregungen und Ordnungstörungen", meldete die Polizei am Montag.

Ein 49-jähriger Salzburger verweigerte zudem, trotz mehrmaliger Aufforderung, die Mitwirkung an der Identitätsfeststellung, weshalb er auf die nahe Polizeiinspektion gebracht wurde. Dabei verhielten sich nicht nur der Salzburger, sondern auch die anderen Personen zunehmend aggressiver.

Schließlich wehrte sich der Salzburger mit aller Kraft gegen die Verbringung auf die Polizeiinspektion, woraufhin er festgenommen wurde. Ein 35-jähriger Flachgauer, der parallel dazu gewaltsam versuchte, die Polizisten an der Amtshandlung zu hindern, wurde ebenso festgenommen.

Bierdusche für Polizisten

Als die Polizisten die beiden Männer abführten, wurden sie "von den anderen Randalierern mit vollen Bierdosen und Bierflaschen beworfen" (Polizeibericht). In weiterer Folge versammelten sich mehrere Personen der oben genannten Gruppe lautstark vor dem Haupteingang des Gebäudes der Polizeiinspektion und versuchten vergeblich sich Zutritt zum Gebäude zu verschaffen.

Rauferei mit einem Unbeteiligten

Daraufhin kam es vor dem Gebäude zu einer Rauferei mit einer unbeteiligten Person. Ein dabei verletzter 18-jähriger Syrer gab an, dass er im Gebäude wohnhafte Personen besuchen wollte, als er plötzlich mit einer Bierdose beworfen und in weiterer Folge mit mehreren Faustschlägen und Fußtritten verletzt wurde.

Im Zuge der Ermittlungen konnten nunmehr ein 18-jähriger Oberösterreicher und ein 34-jähriger Tennengauer als Beschuldigte der schweren Körperverletzungen gegen den Syrer ausgeforscht werden. Bezüglich eines weiteren, bislang unbekannten Täters laufen die Ermittlungen.

Der 18-jährige Oberösterreicher sowie ein 34-jähriger Mann aus Guinea-Bissau werden wegen tätlichen Angriffs auf Beamte angezeigt. Der 49-jährige Salzburger verweigert die Aussage und wurde nach Anordnung der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert. Der 35-jährige Flachgauer ist reumütig und wird nach Anordnung der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt auf freiem Fuß angezeigt.

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