Chronik

Das Märchen rund um die "Wasp-Force"

Der Name dieser Spezialeinheit geht unter die Haut. Da Anglizismen vielerorts den Ton angeben, kommt offenbar auch die freiwillige Feuerwehr nicht daran vorbei, einen ihrer Helfertrupps auf besonders originelle Weise zu bezeichnen.

Im Internet war vorige Woche von der "Wasp-Force" und ihrem Kampf gegen die "Wespenplage" zu lesen. Und Saalfelden wurde in der Überschrift gar als "Wespenhotspot Österreichs" bezeichnet.

Eine Gratiszeitung legte online nach: "Eine gewaltige Wespenplage sucht Österreich heim! Besonders die Gemeinde Saalfelden in Salzburg ist betroffen. Nun wurde eine Spezialeinheit wegen der Plage gegründet."

Ernst Schreder, den Saalfeldener Ortsfeuerwehrkommandanten, kostet all das ein kräftiges Kopfschütteln. "Mich hat es sehr geärgert, dass maßlos übertrieben wurde. Außerdem sprechen wir vom Wespenteam. Das gibt es schon seit den 1980er-Jahren bei uns. Der Begriff Wasp-Force ist ein Märchen." Das Wespenteam bestehe aus sieben Personen, die sich im Wochenintervall abtauschen, sagt Schreder - "es rückt allerdings nur aus, wenn durch die Wespen Gefahr in Verzug ist". Eigentlich fielen die Wespen gar nicht in das Aufgabengebiet der Feuerwehr, "aber auf dem Land gibt es zu wenige Kammerjäger".

454 Mal rückte die Feuerwehr Saalfelden im Vorjahr zu Wespeneinsätzen aus, es sei ein extremes Jahr gewesen. Schreder: "Dass heuer die Einsatzzahlen bei Weitem übertroffen werden, wie in dem Bericht auch erwähnt wurde, glaube ich nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir im Vorjahr schon mehr Wespeneinsätze." Mit Stand voriger Woche seien es bisher im Jahr 2018 rund 80 Ausrückungen gewesen.

Seitens des Landesfeuerwehrkommandos Salzburg heißt es auf Anfrage, es gebe keine statistische Grundlage, Saalfelden als Wespenhotspot Österreichs zu bezeichnen. Zwar werde es wohl salzburgweit erneut ein starkes Wespenjahr werden, allerdings sei bei den gemeldeten Fällen keine Steigerung zum Vorjahr zu erkennen.

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