Chronik

Das Pfifferlingplatzl braucht Unterstützung

Der private Kindergarten mit zwei Standorten in Wald und Mittersill erfreut sich hoher Anerkennung, die finanzielle Basis ist aber nicht langfristig gesichert.

Der Vorstand des Vereins mit Landesrätin (v. l.): Verena Hartl, Claudia Egger, Christina Nindl, LR Andrea Klambauer und Brigitte Nindl. SN/sw/land salzburg/neumayr/hölzl
Der Vorstand des Vereins mit Landesrätin (v. l.): Verena Hartl, Claudia Egger, Christina Nindl, LR Andrea Klambauer und Brigitte Nindl.

Vor 14 Jahren gegründet, befindet sich das Pfifferlingplatzl nun im "Teenie-Alter". Und hat einige Sorgen.

2005 rief Brigitte Nindl den gemeinnützigen Verein "Pfifferlingplatzl" ins Leben. "Die Kindergärten im Oberpinzgau waren meist nur vormittags geöffnet. Es fehlte an ganzjähriger Betreuung. Es gab kein Angebot für Kinder ab 1,5 Jahren." In Wald wurde die erste Einrichtung eröffnet (in Kooperation mit "sports&more Unterwurzacher"). 2007 kam der Standort Mittersill hinzu (in Kooperation mit "Fahnen Gärtner"). Ganztägige und flexible Betreuung wird ganzjährig und gemeindeübergreifend angeboten. In Spitzenzeiten wurden 123 Kinder betreut. "Das war selbst uns zu viel. Es braucht ja hohe pädagogische Qualität", sagt Christina Nindl, die Obfrau des Vereins. Aktuell werden ca. 60 Kinder aus neun Gemeinden zu sehr flexiblen Zeiten betreut.

Planungssicherheit für Eltern und Einrichtung ist notwendig

Jetzt steht der Verein vor neuen Herausforderungen, vor allem finanzieller Art, sagt Nindl. Sie schlägt einen Runden Tisch vor. Dabei könnten wichtige Themen behandelt werden, wie die Bedarfsplanung - oder Integration und Inklusion. Diese sei zur Zeit nicht kostendeckend. Weiterverrechnungen an die Gemeinden würden von diesen "unterschiedlich" behandelt.

Der Verein wird vom Land Salzburg (60% ) und Gemeinden (40%) gefördert. Es bedürfe aber einiger Änderungen von Landesseite. Das betreffe auch die Entlohnung von Pädagoginnen. Personal öffentlicher Einrichtungen werde besser bezahlt, private daher benachteiligt. Der Unterschied betrage bspw. bei einer Pädagogin im ersten Dienstjahr 100 Euro monatlich. Es gebe zwar eine Sonderzahlung für private Träger, diese sei aber nicht gerecht. Zudem habe diese Zahlung keine gesetzliche Grundlage.

Die ressortzuständige Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) sagte: "Private Träger werden von uns nicht benachteiligt, es gibt eine Zusatzförderung." Und: "Das Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz ist kein arbeitsrechtliches Gesetz, das Mindestgehälter definiert." Das neue Gesetz bringe Verbesserungen, es seien vonseiten des Landes aber noch weitere Schritte zu setzen. Das Budget im Bereich der Kinderbetreuung werde im nächsten Jahr auch um sechs Millionen Euro aufgestockt.

Stuhlfeldens Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher (ÖVP) sagte: "Es ist für uns kleine Gemeinden wichtig, dass wir eine Einrichtung wie das Pfifferlingplatzl haben. Wir können das nicht anbieten." Unterstützt wird es vom Unternehmer Gerald Heerdegen (Fahnen Gärtner). Er sagt: "Das Pfifferlingplatzl hat einen Meilenstein gesetzt, dadurch hat sich alles andere erst entwickelt. Mittersill hat heute eine sensationelle Kinderbetreuung. Doch wer zahlt das Ganze? Wir müssen uns zusammensetzen." Sein Unternehmen werde weiterhin zur Verfügung stehen, sagte Heerdegen - obwohl es sich betriebswirtschaftlich nicht rechne.

Der Walder Bürgermeister Michael Obermoser (ÖVP) betonte das Miteinander. Auch er blickte zurück: "Es war eine schwere Geburt. Vor 15 Jahren war es bei uns fast undenkbar, dass eine Mutter ihr Kind zu einer fremden Frau gibt. Doch die Vernunft hat gesiegt. Für mich wäre es undenkbar, das Pfifferlingplatzl nicht mehr zu haben. Die Ergänzung der öffentlichen Kindergärten ist eine enorme Bereicherung für die gesamte Region. Vor 15 Jahren haben wir von 18 Millionen geredet, jetzt reden wir von 66."

Das Pfifferlingplatzl hat vieles in Bewegung gebracht, die Gemeinden haben ihre Angebote in Folge ausgebaut. Doch nach wie vor ist es die einzige Einrichtung die ganzjährig Betreuung anbietet - und das sehr flexibel. Aber die Situation spitzt sich zu.

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