Chronik

Das Salzachtal wächst stark weiter, das Lammertal stagniert

Der Tennengau boomt. Der Bezirk wächst laut neuester Bevölkerungsstatistik des Landes überdurchschnittlich stark, ist aber in dieser Hinsicht auffällig zweigeteilt.

Ortsende: Im Lammertal stagnieren die Bevölkerungszahlen im Vergleich zum restlichen Tennengau, in Rußbach und in Annaberg-Lungötz sind sie sogar leicht rückgängig. Probleme sind großteils die etwas abgeschiedene Lage und fehlende Arbeitsplätze vor Ort. SN/sw/hilz
Ortsende: Im Lammertal stagnieren die Bevölkerungszahlen im Vergleich zum restlichen Tennengau, in Rußbach und in Annaberg-Lungötz sind sie sogar leicht rückgängig. Probleme sind großteils die etwas abgeschiedene Lage und fehlende Arbeitsplätze vor Ort.

Die Region Salzach-Tennengau ist eine der am stärksten wachsenden Regionen Salzburgs: Ein Bevölkerungsplus von 8,4 Prozent seit 2008 kann sonst nur die Region Flachgau-Nord vorweisen (+8,7 %), die aber deutlich kleiner ist (22.399 Einwohner). Die Region Salzach-Tennengau hat 51.352 Einwohner (Stand 1. 1. 2018) und umfasst alle Tennengauer Gemeinden von Puch bis inklusive Scheffau. Die Planungsregion Abtenauer Becken (Abtenau, Rußbach und Annaberg-Lungötz) stagniert dagegen seit der Jahrtausendwende: Gab es dort in den 1990er-Jahren noch ein Plus von 5,5 Prozent, ist die Bevölkerungszahl seit 2008 sogar leicht geschrumpft (um -0,6 Prozent von 8861 auf 8812).

Das geht aus neuen Zahlen der Landesstatistik hervor, die kürzlich veröffentlicht wurden. Insgesamt verzeichnete der Tennengau mit einem Plus von sieben Prozent das zweitstärkste Wachstum nach dem Flachgau (8,1 %) - seit 2008 hat der Bezirk um fast 4000 Einwohner dazugewonnen, seit der Volkszählung 1991 um fast 10.000.

"Salzburg hat in den 1990er-Jahren extrem geboomt, vor allem die Umlandgemeinden der Stadt im Flachgau, das war die Wachstumsregion schlechthin.

Als die Preise explodierten, wurde auch der Tennengau interessant

Als dann die Grundstückspreise angezogen haben, hat sich's immer weiter weg von Stadt entwickelt, dann sind Gemeinden wie Oberalm und Puch ins Gespräch gekommen", erklärt Gernot Filip, der Leiter der Landesstatistik, im TN-Gespräch. "Es zieht eben viele in Richtung der ,Metropolen', die von der Infrastruktur und vom Arbeitsplatzangebot her mehr zu bieten haben."

Treiber des Wachstums im Salzachtal ist vor allem Hallein mit einem Plus von 1049 Einwohnern seit 2013, ebenfalls stark gewachsen sind Kuchl (+269), Puch (+256) und Golling (+181). Sogar St. Koloman als kleiner Ort (1725 Einwohner) verzeichnete mit 86 "Neuankömmlingen" starkes Wachstum, vor allem durch seine überdurchschnittliche Geburtenbilanz (die dritthöchste landesweit).

Abtenau wächst weiter, Annaberg und Russbach sind leicht rückläufig

Im Lammertal zeigt sich dagegen ein differenziertes Bild: Während Abtenau in den vergangenen fünf Jahren gewachsen ist (+109), vor allem durch Zuzüge, stagnieren die Zahlen in Annaberg (-31) und Rußbach (-10).

Christian Salmhofer kennt die Situation in beiden Regionen genau, er betreut sämtliche Tennengauer Gemeinden außer Adnet, Vigaun, Oberalm und Puch seit Jahren als Ortsplaner. "Alle diese Gemeinden sind im Umbruch und alle haben unterschiedliche Zugänge. In Annaberg und vor allem in Rußbach habe ich ganz stark das Thema Tourismus, weil das brauche ich dort, um die Abwanderungen zu stoppen. In Abtenau wiederum hat man durchaus Zentralort-Themen, zum einen wegen der Größe, zum anderen, weil da eine gewisse Versorgungsfunktion zur Geltung kommt."

"Es braucht einfach Arbeitsplätze vor Ort"

Der Annaberger Bürgermeister Josef Schwarzenbacher (ÖVP) sieht das Thema gelassen: "Wir hatten immer 2200 bis 2300 Einwohner, dazwischen schwankt es halt." Was es für mehr Wachstum im Lammertal braucht, ist für ihn klar: "Infrastruktur für Kinder oder Senioren haben wir die gleiche wie im Zentralraum. Es braucht einfach Arbeitsplätze vor Ort." Erfolgreiche Betriebe aus dem Lammertal wie ERA oder GMT wollten ausbauen und sind deswegen vor Jahren nach Wals und Kuchl umgezogen - inklusive Hunderter Arbeitsplätze. "Da macht auch die große Politik große Fehler, man sollte Betrieben mehr Chancen geben, dass sie sich auch in der Peripherie ansiedeln." Er hofft auf den lang diskutierten Finanzausgleich zwischen den Gemeinden, wie es ihn bereits zwischen Bund, Land und Gemeinden gibt: "Förderungen sollten nicht nur nach Einwohnerzahl vergeben werden. Wir kleinen Gemeinden müssen auch die Infrastruktur erhalten, aber die Betriebe haben die Speckgürtelgemeinden."

Aufgerufen am 16.11.2018 um 01:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/das-salzachtal-waechst-stark-weiter-das-lammertal-stagniert-39970987

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