Chronik

Das sind die neun gefährlichsten Stellen für Radfahrer in der Stadt Salzburg

Ein Viertel mehr Unfälle mit verletzten Radfahrern innerhalb eines Jahres. Das ist die erschreckende Bilanz in der Stadt Salzburg, die nun gegensteuern will.

Zu exakt 448 Unfälle mit verletzten Radfahrern ist es im Vorjahr in der Stadt Salzburg gekommen. Das sind 26 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Liste der gefährlichsten Straßenstellen wird von drei Kreisverkehren angeführt.

1. Kreisverkehr vor dem Nelböck-Viadukt


Seit der Eröffnung der Radgarage an der Schallmooser Seite des Hauptbahnhofes steigen am provisorischen Kreisverkehr Gabelsbergerstraße/Weiserstraße die Unfallzahlen dramatisch: Verunfallten von 2013 bis 2015 "nur" acht Radfahrer, so waren es 2014 bis 2016 schon 15. Das Hauptproblem ist symptomatisch bei Kreisverkehren: Von der Radgarage kommende Radfahrer auf dem Weg Richtung Andräviertel werden im Kreisverkehr von Richtung Saint-Julien-Straße ausfahrenden Pkw "abgeschossen" - weil sie sich für Autofahrer oft im toten Winkel befinden. Nun gibt es Überlegungen, den Radweg von der Radgarage weg direkt an der Bahn zu führen und über eine Brücke an die Faberstraße anzubinden. Eine kostengünstigere Variante wäre, den Radweg außerhalb des Kreisverkehres zu führen und eine Überfahrt etwa zwei Meter nach der Kreisverkehrsausfahrt Richtung Saint-Julien-Straße einzurichten.

2. Steinlechner-Kreisverkehr in Parsch


14 Unfälle mit verletzten Radfahrern haben sich beim Kreisverkehr Gaisbergstraße/Aigner Straße/Bürglsteinstraße von 2014 bis 2016 ereignet. Diese Gefahrenquelle wurde entschärft: Ein Blumentrog, der in den Radweg hineinragte, wurde im Sommer entfernt. Eine rote Markierung für die Radfahrerüberfahrt an der Aigner Straße soll künftig für noch mehr Sicherheit sorgen.

3. Kreisverkehr an der "Ederkurve" in Parsch


13 Unfälle in drei Jahren - das ist die Bilanz des Kreisverkehres Eberhard-Fugger-Straße/Gaisbergstraße. Eine rote Markierung soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen. Denn während Pkw-Fahrer in die Fadinger- oder Gaisbergstraße ausbiegen, kollidieren sie mit geradeaus weiter fahrenden Radfahrern.

4. Überquerung der Lehener Brücke


Hier sind sämtliche Unfälle - zwölf Unfälle auf der linken und sechs auf der rechten Salzachseite innerhalb von drei Jahren- sind beim Überqueren der Brücke passiert. Das Problem: Seit Inbetriebnahme des Salzachkraftwerkes Lehen ist der Wasserspiegel der Salzach gestiegen. Deswegen müssen die Unterführungen häufiger wegen Hochwasser gesperrt werden. Radfahrer weichen oberirdisch aus und queren die vierspurige Fahrbahn auf der Brücke. Eine etwa einen Meter hohe Hochwasserschutzmauer soll noch heuer errichtet werden und so Abhilfe schaffen. Parallel dazu fordert Salzburgs Radweg-Koordinator Peter Weiß Schilder mit Drehlicht an den Fahrbahnen über die Brücke: Dieses sollen sich aufklappen lassen und so Autofahrer während einer Sperre der Unterführungen auf querende Radfahrer hinweisen und damit die Sicherheit erhöhen.

5. Taxham: Abzweigung Guggenmoosstraße


Auf acht Unfälle innerhalb von drei Jahren bringt es die Kreuzung Kleßheimer Allee/Guggenmoosstraße. Mittelfristig soll sie zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden. Noch heuer entsteht eine Übergangslösung: Dabei soll ein Radweglückenschluss zwischen Körbleitengasse und der Brücke über die Glan für mehr Sicherheit sorgen. "Dadurch müssten aus der Kleßheimer Allee kommende Radfahrer auf dem Weg in die Guggenmoosstraße nur mehr eine statt zwei Fahrbahnen überqueren.

6. Kreisverkehr vor Zufahrt zur Gebietskrankenkasse


Auch die Kreuzung August-Gruber-Straße/Fanny-v.-Lehnert-Straße wurde in einen provisorischen Kreisverkehr umgewandelt. Insgesamt hat sich di Unfallbilanz (inklusive Pkw- und Fußgänger-Unfälle) dadurch verbessert, allerdings zu Lasten der Radfahrer. Von 2014 bis 2016 verletzten sich hier acht Radfahrer. Um auch für sie mehr Sicherheit zu schaffen, müsste der Kreisverkehr - er kann derzeit ebenerdig durchfahren werden - adaptiert werden. Sinnvoll wäre ein Ausbau des Radweges außerhalb des Kreisverkehrs.

7. Unterführungen Nonntaler Brücke


Die sechs Unfälle auf der linken und sieben Unfälle auf der rechten Salzachseite sind die Folgen eines Platzproblems. Die baulich getrennten Geh- und Radwege entspechen in ihrer Breite nicht den Richtlinien. Alleine der Radweg müsste 2,50 Meter breit sein, der Gehweg noch einmal 2,00 Meter. Zusammen bringen es die Wege auf 3,50 Meter, es fehlt somit ein Meter Breite. "An Spitzentagen verkehren hier 9000 Radfahrer links und weitere 8000 rechts der Salzach. Hier muss der Radweg verbreitert werden", schildert Peter Weiß.

8. Parkplatz-Ausfahrt an Nonntaler Hauptstraße


Auf Höhe der Raiffeisenbank gibt es hier links und rechts mehrere Parkplatzausfahrten mit schlechten Sichtverhältnissen. Dort ist es in drei Jahren zu sieben Unfällen mit verletzten Radfahrern gekommen. Eine bauliche Verbesserung ist schwierig, für erhöhte Aufmerksamkeit soll dort künftig zumindest eine neue rote Markierung sorgen.

9. Leopoldskron: Querung Sinnhubstraße


Der Almradweg - eine Hauptverkehrsachse für Radfahrer - quert in der Nähe des Krauthügels (auf Höhe Almgasse) die Sinnhubstraße. Allerdings befindet sich hier keine Radfahrerüberfahrt, sondern nur eine Fußgängerquerung. Das soll geändert werden. Zusätzlich soll eine leichte Bodenschwelle die Autos einbremsen, so dass den Radfahrern ein sichereres Überqueren ermöglicht wird.

Diese Radwege werden noch heuer neu gebaut oder saniert


Lückenschluss: Vom Plainbergweg bis zur Itzlinger Hauptstraße wird ein neuer Radweg errichtet.

Thumeggerbezirk: Von der Karl-Höller-Straße bis zur Santnergasse entsteht ein neuer Radweg.

An der Alpenstraße wird der bestehende Radweg verbreitert.
Eine neue Beleuchtung erhält der Treppelweg Richtung Bergheim am Josef-Mayburger-Kai.

Die Engstelle Rosittengasse wird beseitigt: Der Radweg samt Brücke wird verbreitert.

Eine höhere Hochwasserschutzmauer erhalten die Unterführungen der Lehener Brücke: Radfahrer müssen bei Hochwasser nicht mehr die Brücke queren.

Quelle: SN

Aufgerufen am 14.12.2018 um 07:05 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/das-sind-die-neun-gefaehrlichsten-stellen-fuer-radfahrer-in-der-stadt-salzburg-25191265

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