Chronik

Das YoCo will bleiben

Die Kirche kürzt ihr Budget und die öffentliche Hand soll auffangen: Nach dem Iglu hofft jetzt das zweite Jugendzentrum der Diözese auf Hilfe.

„Hier sind wir und hier bleiben wir“: das YoCo-Team (l.: Leiterin Babsi Baumgartner) vor dem Zentrum in der Gstättengasse. Bild:  SN/sw/privat
„Hier sind wir und hier bleiben wir“: das YoCo-Team (l.: Leiterin Babsi Baumgartner) vor dem Zentrum in der Gstättengasse. Bild:

60 Jahre alt ist das YoCo mit November 2020 - das Jugendzentrum hat damit weit mehr Jahre auf dem Buckel als seine Besucher. Mit dem Feiern wird es nichts, aber die größeren Sorgen bereitet die Zukunft. Der Grund: Die Erzdiözese als Träger muss sparen, im September hat sie ein Sparpaket in Höhe von fünf Millionen Euro angekündigt.

Für das Jugendzentrum - 2019 gingen hier 4930 Jugendliche ein und aus - läuft das auf einen Standortwechsel hinaus. "Im Gespräch ist eine Zusammenlegung mit der Katholischen Hochschulgemeinde in der Wiener-Philharmoniker-Gasse", sagt Barbara Baumgartner. Sie leitet das YoCo - was für "young community", also junge Gemeinschaft, steht. Dompfarrer und Generalvikar Roland Rasser betont indes, dass es sich nur um einen Ortswechsel handelt und nicht um Einsparungen oder personelle Kürzungen.

Darüber ist die Leiterin sehr froh. Sie betont aber auch, dass eine Verlegung de facto einer Schließung gleichkomme. Der eine Grund: Jeder, der in der Jugendarbeit tätig sei, wisse, dass dabei eine Raumanordnung passiere. Ergo wandern die Jugendlichen nicht mit. Der andere Grund: Man hätte am neuen Ort die räumlichen Möglichkeiten nicht, um das bewährte Programm abzuspulen. Konkret geht es um den im Keller am jetzigen Standort angesiedelten Markussaal, in dem die 14- bis 25-Jährigen Konzerte, Jamsessions, Workshops und mehr abhalten. Ob und wie sie ihn weiter nutzen könnten, wird heiß diskutiert.

Baumgartner glaubt, das gehe nur, wenn Land und Stadt mit Förderungen einspringen. Konkret klafft ein Loch von 30.000 Euro im Budget. Im Büro von Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) heißt es, für das YoCo wurde bisher nie ein Förderantrag gestellt. Für das Iglu - das zweite Jugendzentrum der Erzdiözese - springen Land und Stadt bereits in die Bresche. Damit der Betrieb zumindest 2021 fortgesetzt werden kann, stocken sie ihre Mittel um gesamt 30.000 Euro auf.

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