Chronik

Dauerregen ließ in Salzburg die Pegel anschwellen

Bis Dienstag bringt eine feuchte Strömung starke Niederschläge in Salzburgs südliche Täler. Die Gasteiner Ache trat über die Ufer.

In Bad Hofgastein wurde am Sonntag der Kurpark überflutet. Von dem Hochwasser waren aber vorerst nur unbewohnte Gebiete betroffen. SN/fmt-pictures
In Bad Hofgastein wurde am Sonntag der Kurpark überflutet. Von dem Hochwasser waren aber vorerst nur unbewohnte Gebiete betroffen.

Für Ronald Katsch war es ein bedrohlicher Anblick. Als am Sonntagmorgen nach mehreren Stunden Dauerregen im Gasteiner Tal die Ache die Meldegrenze erreichte, stand er direkt vor dem Gasteiner Wasserfall. Als selbstständiger Fischereibetreiber kennt Ronald Katsch die Gewässer des Gasteiner Tals ganz genau. Besonders ungewöhnlich war für ihn das schnelle Ansteigen der Pegel. "An Stellen, wo wir normalerweise knietief im Wasser stehen, war die Ache plötzlich zweieinhalb Meter tief. Bäume, die sonst eineinhalb Meter über dem Wasser stehen, waren plötzlich inmitten der Fluten." Ganz ungewöhnlich war der Anblick für ihn aber nicht. "Bei dem Unwetter im Vorjahr hat der Wasserfall auch so ausgesehen."

Auch die freiwilligen Feuerwehren waren nach dem Unwetter im Vorjahr am Sonntagmorgen erneut im Hochwassereinsatz. Die Helfer in Dorfgastein stellten den neuen mobilen Hochwasserschutz auf, wie Einsatzleiter Matthias Egger erzählt. "Bei uns wurde am Sonntagmorgen die Meldegrenze erreicht. Die Pegel stiegen sehr schnell an. Wir haben einen fünfstufigen Hochwasserschutz. Derzeit haben wir die erste Stufe aufgestellt. Das heißt, wir haben für die Regenfälle der kommenden Stunden und Tage noch eine Reserve."

Am Sonntag schwoll der Bad Gasteiner Wasserfall dramatisch an. SN/r. katsch
Am Sonntag schwoll der Bad Gasteiner Wasserfall dramatisch an.

Der Regen soll laut Meteorologen jedenfalls noch bis Dienstag anhalten. Ein Tiefdruckgebiet bringe von Süden her sehr feuchte Luft, sagt Josef Haslhofer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. "Diese Luft staut sich am Alpenhauptkamm. In die hinteren Nord-Süd-Täler bringt diese Strömung auch in Salzburg lang anhaltenden und intensiven Regen."

Besonders intensiv waren die Niederschläge etwa in Kolm-Saigurn, dem Talschluss des Rauriser Tals. Da fielen in der Nacht auf Sonntag 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Auch im Krimmler Tal und dem Großarler Tal kam es zu intensiven Regenfällen. Größere Schäden habe der Regen vorerst nicht angerichtet, sagt Haslhofer. "Von den stärksten Niederschlägen sind vor allem unbewohnte Gebiete betroffen. Mögliche Hangrutsche oder Vermurungen betreffen wohl auch jene Bereiche."

Anders als zunächst befürchtet entspannte sich die Lage aber in den Abendstunden. Die Pegelstände gingen zurück, hieß es vom Landesfeuerwehrkommando. Für Montag wurde eine Pause beim Niederschlag erwartet.

Im Gasteiner Tal wurde am Sonntag ein kleiner Katastrophenstab eingerichtet, wie Feuerwehr-Einsatzleiter Matthias Egger sagt. "Es ist derzeit schwer abzusehen, wie sich die Schneeschmelze durch den warmen Wind auf die Hochwassersituation auswirkt. Deshalb müssen wird die Situation weiter beobachten." Zu größeren Schäden kam es am Sonntag aber vorerst nicht. Zwar trat die Gasteiner Ache an mehreren Stellen über die Ufer. Betroffen waren aber nur unbewohnte Gebiete.

Jedenfalls undramatisch war die Situation für die Fische des Bad Gasteiner Fischers Ronald Katsch. "Die Fische gehen bei Hochwasser in Seitenbäche und kommen mit dem Rückgang des Wasser wieder zu ihren Positionen zurück."

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