Chronik

Dem Navi blind vertraut: Spektakuläre Irrfahrten in Salzburg

Das Navi ist nur so klug wie sein Fahrer. Immer wieder ignorieren Lenker ein Fahrverbot und bleiben stecken. Die SN haben die spektakulärsten Fälle zusammengetragen.

Ein 72-jähriger deutscher Urlauber strandet mit seinem Auto mitten auf der Skipiste. Er habe seinem Navi vertraut, gab er bei der Polizei zu Protokoll. Das Fahrverbot ignorierte er. Das Auto konnte in der Nacht nicht mehr geborgen werden, die Insassen wurden vom Pistendienst der Schmittenhöhe Bahnen ins Tal gebracht.

Ortsunkundige lassen sich immer wieder von ihrem Navi in die Irre führen. Die daraus resultierenden Einsätze sind meistens mit hohen Kosten oder sogar mit einer Gefährdung der Einsatzkräfte verbunden. Die SN haben die spektakulärsten Fälle aus dem Archiv herausgesucht.

  • Am 18. August 2009 musste ein Mercedesfahrer aus der Schräglage beim Lehener Lichthaus geborgen werden. Laut Navigationssystem hätte hier eine Straßeneinfahrt sein sollen.
Am 18. August 2009 musste ein Fahrzeug beim Lehener Lichthaus geborgen werden. Laut Navi hätte dort eine Straßeneinfahrt sein sollen. SN/spatzenegger
Am 18. August 2009 musste ein Fahrzeug beim Lehener Lichthaus geborgen werden. Laut Navi hätte dort eine Straßeneinfahrt sein sollen.
  • In Nußdorf am Haunsberg ist die dortige Hasbergstraße steil und eng. Im Winter wird sie nicht geräumt. Das wird immer wieder Lkw und Sattelzügen zum Verhängnis. Sie wird im Navi als kürzeste Verbindung nach Obertrum ausgewiesen.
Ein Sattelzug kam am 14. März 2006 bei Nußdorf am Haunsberg nicht mehr weiter. An der dortigen Hasbergstraße scheitern immer wieder die Lkw. SN/robert ratzer
Ein Sattelzug kam am 14. März 2006 bei Nußdorf am Haunsberg nicht mehr weiter. An der dortigen Hasbergstraße scheitern immer wieder die Lkw.
  • Offensichtlich verirrt hatte sich auch ein ausländischer Pkw-Lenker in der Stadt Salzburg. Er parkte im Durchgang zwischen Waagplatz und Residenzplatz.
Ein ausländischer Lenker wollte im Durchgang zwischen Waagplatz und Residenzplatz parken. SN/Robert Ratzer
Ein ausländischer Lenker wollte im Durchgang zwischen Waagplatz und Residenzplatz parken.
  • Einen äußerst gefährlichen Einsatz mussten die Einsatzkräfte vor sieben Jahren am Filzensattel zwischen Maria Alm und Dienten absolvieren. Ein 25-jähriger Slowene hatte mit seinem tonnenschweren Sattelschlepper die verschneite Hochkönig Straße gewählt. Eine halbe Stunde später hing die Zugmaschine mit den Vorderrädern in der Luft am Rand eines Abhangs; der Anhänger lag verkeilt im Wald; 25 Meter Leitplanke fehlten, der Lenker blieb aber unverletzt. In einem fünfstündigen Einsatz im Schneesturm mussten die Einsatzkräfte den Anhänger von der Zugmaschine trennen und bergen. Besonders Lkw-Fahrer ignorieren häufig Verkehrsschilder wie Lkw-Fahrverbote und Tonnagebeschränkungen.
Am 15. Oktober 2009 wählte ein 25-jähriger Slowene mit seinem tonnenschweren Sattelschlepper den Weg über den verschneiten Filzensattel.  SN/ff maria alm
Am 15. Oktober 2009 wählte ein 25-jähriger Slowene mit seinem tonnenschweren Sattelschlepper den Weg über den verschneiten Filzensattel.
  • Ein deutscher Lkw-Lenker wollte im Juli 2010 eigentlich ins Gasteinertal. Stattdessen landete auf einer schmalen Bergstraße, die vom Böndlsee in Goldegg nach Lend führt. Sie hat zum Teil eine Steigung von 25 Prozent und ist kaum breiter als 2,5 Meter. Ortsansässige benutzen die Straße als Schleichweg. Der 40-Tonner steckte fest. Die Einsatzkräfte hoben ihn in stundenlanger Kleinarbeit Zentimeter für Zentimeter ins Tal. Zum Glück war der Lastwagen nur gering mit Dämmstoffen beladen: Wäre er voll gewesen, wäre wohl die Straße gebrochen.
Quelle: SN

Aufgerufen am 15.11.2018 um 12:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/dem-navi-blind-vertraut-spektakulaere-irrfahrten-in-salzburg-577600

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