Chronik

Der älteste Verein Halleins will sich verjüngen

Die Halleiner Schützengilde will den elitären Ruf des Schießsports ablegen und den Traditionsverein einem breiteren Publikum öffnen.

Thomas Klaus am Schießstand. Die rote Fahne ist übrigens keine Sponsorfahne von Stiegl, sondern dient der Warnung: Achtung, hier wird scharf geschossen!  Bild: Bild: SN/sw/petry SN
Thomas Klaus am Schießstand. Die rote Fahne ist übrigens keine Sponsorfahne von Stiegl, sondern dient der Warnung: Achtung, hier wird scharf geschossen!  Bild: Bild: SN/sw/petry

Seit dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts ist Hallein offiziell eine Stadt - fast so lang gibt es auch die Schützengilde Hallein: "Laut den Recherchen des Vereins seit 1277, fast zeitgleich mit der Bürgergarde", sagt Oberschützenmeister Thomas Klaus. Vor einem Jahr hat er als Obmann das Ruder übernommen und dem Verein auch gleich etwas mehr Öffentlichkeitsarbeit verordnet: Erstmals seit gut 25 Jahren rücken die Schützen zu speziellen Anlässen (wie der Fronleichnamsprozession letzte Woche) auch wieder mit Fahne aus. Denn obwohl sich die Gilde aktuell über einen Mitgliederhöchststand von 156 freuen kann, will sich der Traditionsverein noch weiter öffnen. "Vor allem Jugend zu bekommen ist für uns sehr schwierig. Dabei sind Jungschützen unter 18 bei uns frei, bis auf die Munition. Zu den Übungsschießen ist jeder herzlich eingeladen."

Kleinkaliber-Gewehre wie die Biathleten

Geschossen wird am Schießstand gegenüber vom Halleiner Gymnasium von April bis Oktober jeden zweiten Sonntag bzw. bei allfälligen Turnieren. "Wir verwenden 22m-Kleinkaliber-Gewehre, wie auch die Biathleten", erklärt Klaus. Seit anderthalb Jahren gibt es eine neue elektrische Anlage, die die Treffer anzeigt. Bis dahin mussten die Zielscheiben über eine Schnur zum 50 Meter entfernten Zielstand gezogen werden. Im Winter schießen die Schützen im Vereinsheim auf zehn Meter Entfernung mit dem Luftgewehr.

"Bei uns ist alles vertreten vom Bankdirektor bis zum Staplerfahrer"

Beste Schützin und einzige Leistungsschützin im Verein ist Nadja Juriga. Sie ist auch die aktuelle Schützenkönigin des Vereins - diese wird jährlich (geschlechterunabhängig) beim Königsschießen ermittelt, und darf dann bei offiziellen Anlässen die Königskette tragen - eine Kette, in der seit Jahrzehnten sämtliche Schützenkönige des Vereins eine Silbermünze ihrer Zeit einarbeiten lassen.

Dass der Schießsport lange Zeit ein Privileg der Bürger- und Kaufmannschaft war, davon zeugen die zahllosen, zum Teil jahrhundertealten Jubiläumsscheiben im Vereinsheim und am Schießstand: Bürgermeister, Bankdirektoren, Landes- und Bezirkshauptleute sind hier verewigt. "Es war lang ein elitärer Sport, aber heute ist bei uns alles vertreten, vom Bürgermeister über den Bankdirektor bis zum Staplerfahrer", sagt Klaus. "Wir sind ein Halleiner Traditionsverein, der für alle offen ist."

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