Chronik

Der "Bahnhof" ohne Bahn

Der Gasthof Auvogl in Weißbach sieht aus wie ein Bahnhof und wurde angeblich auch als solcher gebaut. Die Pläne für eine Bahnlinie durch Weißbach und Lofer wurden aber nie verwirklicht.

Für Pendler und Gäste wäre eine Bahnlinie von Salzburg nach Saalfelden über Lofer interessant. Auf der Straße ist diese Strecke oft mühsam. Und tatsächlich gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrmals Bestrebungen, diese Bahn zu bauen. Angeblich steht in Weißbach schon der dazugehörige Bahnhof - der Gasthof Auvogl. Das Haus sieht wie ein Bahnhof aus und sticht unter den Gebäuden im Ort heraus.

Der Weißbacher Chronist Jakob Schmuck hält es allerdings für ein Gerücht, dass der Auvogl als Bahnhof errichtet wurde. "Selbst wenn die Bahnlinie gebaut worden wäre, hätte Weißbach niemals einen Bahnhof bekommen, sondern höchstens eine Haltestelle." Weißbach bestand vor dem Ersten Weltkrieg aus rund zehn bewohnten Häusern und gehörte zu Saalfelden.

Auch der heutige Besitzer des Auvogl, Bürgermeister Josef Hohenwarter, weiß von keinen Be legen, dass der damalige Eigen tümer Ludwig Eitzinger einen Bahnhof bauen wollte. "Vielleicht wollte er nur das schönste Haus im Ort. Eitzinger kam aus Oberösterreich und war Großgrundbesitzer. Er hatte ein Sägewerk in Weißbach und beschäftigte dort 200 Leute." 1905 kaufte er das Gasthaus Auvogl. Das damals noch kleinere Gebäude brannte am 5. Mai 1907 vollständig nieder, was der Anlass zur Gründung der Feuerwehr Weißbach war. Nach dem Brand baute Eitzinger den Auvogl in der heutigen Form wieder auf. "Die Räume sind bis in den dritten Stock drei Meter hoch und die Fenster groß", sagt Hohenwarter. "Das war für die damalige Zeit in der Gegend sehr ungewöhnlich." Es scheint, dass Eitzinger damit den Fremdenverkehr in Weißbach ankurbeln wollte. "Dillinger's Reisezeitung" schrieb im Juni 1906, Herr Eitzinger sei unermüdlich bestrebt, den kleinen Ort in die Höhe zu bringen.

Belegt ist, dass vor allem aus Lofer mehrmals die Forderung kam, eine Bahn von Salzburg über Lofer nach St. Johann/Tirol und dazu eine Nebenbahn von Lofer nach Saalfelden zu bauen. So schickte die Gemeinde 1927 einen dementsprechenden Antrag nach Wien. In der Antwort aus dem Verkehrsministerium heißt es, dass sich die Verkehrsverwaltung wiederholt mit der Frage befasst habe. Die bayerische Regierung habe aber seit jeher einen ablehnenden Standpunkt eingenommen. Das war aber nicht der einzige Grund für das Nein aus Wien. In dem Schreiben steht weiter, die neue Bahn würde eine schwere Schädigung der bestehenden Linie von Salzburg über Bischofshofen nach Saalfelden bedeuten. Sie würde den Verkehr ablenken, wodurch auch die an dieser Linie liegenden, derzeit von Fremden viel besuchten Orte schwer geschädigt würden. Zudem könnten die beträchtlichen Baukosten angesichts der zu gewärtigenden Passivität der Bahn kaum aufgebracht werden. Man solle eher eine entsprechende Ausgestaltung des Kraftwagenverkehrs erwägen.

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