Chronik

Der Fischotter bereitet viele Sorgen

Er frisst sich durch die Bäche und sämtliche Aufschreie der Fischer bleiben ungehört. Sie fürchten, dass das Problem immer größer wird.

Der Fischotter ist ein effizienter Jäger.Bild: Pixabay SN/sw
Der Fischotter ist ein effizienter Jäger.Bild: Pixabay

38 Fischotter wurden 2016 bei der Otterkartierung im Pinzgau gezählt. Quer durch den Bezirk in Salzach, Saalach, Loferer Bach, Urslau, Leoganger Ache, Fuscher Ache und im Raum Zeller See. "Mittlerweile müssen wir davon ausgehen, dass die Zahl um einiges gestiegen ist", sagt Daniela Latzer, Geschäftsführerin des Landesfischereiverbandes. "Die in der Regel nachtaktiven Otter werden sogar tagsüber immer öfter gesichtet. Sie spüren, dass ihnen bei uns nichts passiert." Dabei sei ihre Präsenz, die schon ein zu hohes Ausmaß angenommen habe, ein großes Problem. Latzer: "Fischotter sind effiziente Jäger. Sie üben einen großen Fraßdruck auf die Fische aus. Natürliche Populationen in Fließgewässern kämpfen um den Fortbestand."

Der Fischotter ist streng geschützt - und noch blieben sämtliche Aufschreie der Fischer, ausgelöst durch erhebliche Schäden, unerhört. Landesfischermeister Gerhard Langmaier: "Trotz intensiver Bemühungen bei allen verantwortlichen Stellen haben wir im ganzen Land bis dato noch keinen Bescheid zu Entnahme, Fang oder Tötung erhalten. Das Thema ist sehr komplex, der besondere Schutzstatus erschwert die Sache. Fakt ist, dass wir ein hieb- und stichfestes Gutachten über einen gesicherten Otterbestand in der kontinentalen und alpinen Zone Salzburgs vorweisen müssen, um in dem leidigen Thema endlich weiterzukommen. Entschädigungszahlungen sind nur ein kleiner Trost."

Arthur Wallner ist Aufsichtsfischer im Revier Bräurup. Es werde immer schlimmer mit dem Fischotter, warnt der erfahrene Fischer. Schon im Vorjahr schilderte er eindringlich: "In unserem Revier gibt es zwischen Krimml und Niedernsill zahlreiche Gewässerabschnitte, an denen die Otter ihr Unwesen treiben. Sie breiten sich systematisch aus und richten große Schäden an." Besonders schmerzhaft sei die Tatsache, dass an der Salzach und den Nebengewässern über 20 Jahre hinweg versucht worden sei, die bedrohte Äsche wieder anzusiedeln. "Das ist uns bis vor einigen Jahren auch sehr gut gelungen. Durch den Otter haben wir aber große Probleme damit, laichfähige Äschen zu fangen, die wir für die Gewinnung von Fischeiern und die Aufzucht von Jungäschen in Zuchtanlagen benötigen. Das ist das größte Übel, damit vernichtet er die Zukunft. Mittlerweile macht er das auch bei der Bachforelle." Wallner geht in seinem Gebiet aktuell von neun bis zwölf Fischottern aus, die schon auf Kameras festgehalten worden seien - wie im kleinen Bild oben. "Das sind etwa um zwei Drittel zu viel."

Derzeit bewege sich der Fischotter ausschließlich in der Talebene. "Wenn er höher, etwa ins Krimmler Achental, auch noch kommt, werden die letzten Schätze an natürlichem Fischvorkommen massiv bedroht. Wir können nur aufmerksam machen, dass es unter Wasser auch Lebewesen gibt. Ein Vergleich: Beim Wolf sieht man es, wenn er Schafe reißt. Beim Otter ist es dasselbe, nur unter Wasser. Und das wird nicht gesehen. Wenn sich nichts tut, werden wir wirtschaftlich vernichtet, wir leben ja auch großteils vom Angeltourismus. Das Thema Fischotter ist aktueller denn je."

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