Chronik

Der Kranz wird auch zugestellt

Keine Bange: Es gibt Adventkränze für alle. Nur die Vertriebswege fallen ungewöhnlicher aus als in den Vorjahren.

Theresa König von der Gärtnerei Fuchsberger in Gnigl hat heuer einen unkonventionellen Weg gefunden, ihre Adventkränze an die Frau und den Mann zu bringen. SN/sw/vips
Theresa König von der Gärtnerei Fuchsberger in Gnigl hat heuer einen unkonventionellen Weg gefunden, ihre Adventkränze an die Frau und den Mann zu bringen.

Sonntag feiern wir den ersten Advent. Dieser könnte heuer wirklich stiller ausfallen als in den Vorjahren, denn viele Christkindlmärkte, Hirtenspiele und Adventsingen finden nicht statt. Weihnachtliche Stimmung kommt dort und da trotzdem auf - etwa im festlich geschmückten und duftenden Schauraum der Gärtnerei Zmugg.

Amaryllis, Weihnachtssterne in allen erdenklichen Farben, Adventkränze und -gestecke - all das türmt sich dort auf den Ladentischen. Die Tür steht offen.

"Am Montag vor dem Lockdown haben uns die Leute überrannt, als gäbe es kein morgen. Seither ist um sehr viel weniger los wie sonst um diese Zeit", schildert Geschäftsführer Gregor Hintringer. Obwohl sie dürften, kommen nicht alle Kunden.

Manche bestellen derzeit lieber telefonisch. "Wir schicken ihnen die Ware dann im Taxi nach Hause. Das kostet auf Stadtgebiet 15 Euro und die Taxler haben auch etwas zu tun", erklärt Hintringer.

In der Auslage wird gewählt, per E-Mail dann bestellt

Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen landwirtschaftlichen Gartenbaubetrieben, die Pflanzen produzieren, und Floristen. "Gartenbaubetriebe wie Zmugg, Schmeikal (in der Linzer Bundesstraße), die Gärtnereien Aiglhof, Doll (in der Nonntaler Hauptstraße), sowie Mayer und Kainz in Liefering dürfen offen halten, ihre Floristikgeschäfte - oder generell die Floristen - nicht", erklärt Pauline Trausnitz, Geschäftsführerin der Berufsorganisation für landwirtschaftliche Gartenbaubetriebe und Gemüsebauern. Das ergibt zuweilen kuriose Situationen. Theresa König etwa von der Gärtnerei Fuchsberger dürfte ihren Betrieb in Koppl offen halten, das Geschäft in Gnigl nicht. Sie hat beides geschlossen, bekundet aber trotzdem eine "sehr gute" Auftragslage. Der Grund: Sie stellt ihre Adventkränze ins Schaufenster. Die Kunden bummeln vorbei, suchen sich das Exemplar ihrer Wahl und geben die daneben stehende Nummer in einer Mail an König durch. Sie und ihre Helferlein stellen die Ware zu - ab 35 Euro kostenlos. Einziger Wermutstropfen: Das Zusatzgeschäft entfällt heuer. "Wenn die Leute im Geschäft gustieren können, nehmen sie häufig noch etwas Deko oder einen Weihnachtsstern mit", sagt König.

Im Trend stünden heuer Farben wie Lachs, Creme, Honig bis hin zu Senf. Eukalyptus im Gezweig ist fast schon ein Muss. König berichtet aber auch über überdurchschnittlich viele Bestellungen in klassischem Rot. Ihre Interpretation: "Viele Menschen sehnen sich wohl nach der guten alten Zeit."

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