Chronik

Der Mann, der Grubers Krippe nachbaute

Der Halleiner Krippenbauer Christian Haipl schuf Franz Xaver Grubers Krippe neu.

Für Christian Haipl ist jetzt Hochsaison. Denn als Krippenbaumeister ist er jetzt in der Weihnachtszeit ganz besonders gefragt. Beinahe täglich tüftelt der 79-jährige Halleiner in seiner etwa fünf Quadratmeter großen Werkstatt, wo er auch die verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut hat. Das Landesmedienzentrum hat ihn besucht.

Erst mit 60 mit dem Krippenbauen begonnen

Zum Krippenbauen kam er aber erst recht spät. "Zum 60. Geburtstag schenkten mir meine Bergspezl einen Krippenbaukurs. Dort habe ich dann gelernt, welche Werkstoffe man sonst auch noch verwenden kann", sagt Haipl. Seine Bauelemente wie Wurzeln, Steine und Tannenzapfen findet er für gewöhnlich am Berg oder im Wald.

Vor Aufträgen kann sich der ehemalige Bademeister kaum retten. Mehr als 100 Krippen hat er bereits kreiert. Eines ist für ihn aber klar: Verdienen will er dabei nichts. "Einmal habe ich für ein Seniorenwohnheim eine Krippe gebaut, am Heiligen Abend hatten dann alle Tränen in den Augen. Das alleine war es schon wert", erinnert sich der Halleiner zurück, der sich in seiner Kindheit einmal im Jahr eine Krippenfigur für die selbstgebastelte Krippe wünschte.

Vier Monate Arbeit für die Franz-Xaver-Gruber-Krippe

Der wohl größte Auftrag des Halleiners: die Mitte des 19. Jahrhunderts verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe nachzubauen. Vier Monate werkte er anhand einer Bildvorlage und einigen Beschreibungen aus Tagebucheinträgen an der 150 Jahre alten Krippe. "Die Herausforderung waren die Farbgebung sowie die Materialien. Gruber hat beispielsweise aus Watte einen Wasserfall gebaut. Auf die Idee wäre ich nie gekommen", erzählt der Krippenbaumeister sichtlich stolz. Zu sehen ist sein Nachbau im Salzbergwerk Hallein.

Aufgerufen am 26.11.2020 um 02:31 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-mann-der-grubers-krippe-nachbaute-62880226

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