Chronik

Der "Pfeifenberger-Bua"schaffte es ganz nach oben

Vom Lungau in die große Fußballwelt: Die Eltern von Heimo Pfeifenberger haben oft mitgezittert.

"Nein, ich habe mit Fußball überhaupt nichts am Hut, von mir hat er das nicht", lacht Hans Pfeifenberger, der Vater von Fußball-Legende Heimo Pfeifenberger, "das Einzige, was mich mit dem Fußball in Zederhaus verbindet, ist, dass ich oft den Platz gemäht habe." Auch Mama Elfriede hat sich so nebenbei eingebracht und die Buben auf dem Fußballfeld, das damals direkt neben dem Haus der Pfeifenbergers angelegt war, immer wieder mit heißem Tee versorgt.

Wie hat das eigentlich alles angefangen mit der Fußballkarriere ihres Sprösslings? "So mit sechs Jahren hat er den ersten Ball herumgedroschen", erinnert sich Mama Elfriede. Von da an gab es nur noch eines: Fußball, Fußball, Fußball. Viel profitiert hat er anfangs von Bruder Hansl, der um sechs Jahre älter ist und ihn immer mitgenommen hat.

Bald aber trat einer in das Leben von Heimo Pfeifenberger, der wirklich etwas vom Spiel mit dem runden Leder verstanden hat: Alois Neumann. Der Bäckergeselle aus Tamsweg war und ist ein Besessener des Fußballs. Er hat damals Heimo Pfeifenberger und Heinz Zanner in die Nachwuchsmannschaft nach Tamsweg geholt. "Dem Lois hat Heimo alles zu verdanken", ist Elfriede Pfeifenberger überzeugt.

Unermüdlich hat er den Zederhauser Buben trainiert, ihn Hunderte Mal abgeholt und wieder zurückgebracht. Dann besuchte Heimo die Handelsschule, dadurch war er ohnehin in Tamsweg. Jetzt wurde das Training von Alois Neumann noch einmal intensiviert. "Wir vergöttern den Lois noch heute", sagt Elfriede Pfeifenberger über den ersten richtigen Trainer ihres Kleinen. "Ja, für mich ist Heimo noch heute der ,Kleine', weil er eben das jüngste unserer vier Kinder ist."

Bald spielte der "Pfeifenberger-Bua" in der ersten Mannschaft von Zederhaus und schaffte 1987 mit 20 Jahren einen unglaublichen Rekord: 56 Tore hat er für seine Mannschaft in einer einzigen Saison erzielt. Möglich geworden ist das vor allem durch seinen Spezi und kongenialen Partner Heinz Zanner. Elfriede Pfeifenberger: "Der Heinz hat alle ausgespielt, und der Heimo hat dann die Tore geschossen! Sie wurden bald die ,schrecklichen Zwillinge' genannt!"

So viele Tore, das brachte Heimo Pfeifenberger in den Blickpunkt der so richtig großen Fußballwelt. Er wurde von Austria Salzburg verpflichtet und stieg mit der Mannschaft schon im ersten Jahr in die höchste österreichische Liga auf. Hans Krankl nahm Heimo aber gleich mit nach Wien zu Rapid, wo Otto Baric sein Trainer wurde.

Mama Pfeifenberger: "Der Baric hat gleich gemurrt, dass Heimo aber noch viel lernen müsse!" Doch ihr jüngster Sohn war in Sachen Fußball ein braver Schüler und entwickelte sich zum Star: Torschützenkönig in Österreich, Nationalspieler, zwei WM-Teilnahmen, erfolgreicher Legionär bei Werder Bremen, zwei Mal Meister mit Austria Salzburg, UEFA-Cupfinale mit Salzburg in Mailand, Salzburgs Jahrhundert-Fußballer - es war eine glänzende Karriere, die auf den Zederhauser wartete und die sich auch als Trainer fortsetzte.

Und in seiner Heimat zitterten sie alle mit, besonders die Mama. "Ja, natürlich, und es hat viele Tränen gegeben, vor Freude und auch aus Trauer, wenn etwas nicht geklappt hat", sagt sie.

Einmal haben die Eltern in Bremen sogar einen vierzehntägigen Urlaub bei ihrem Sohn verbracht: "Das war wunderbar!" Und heute, kommt er denn auch manchmal noch nach Hause? "Ja, immer wieder", sagt Elfriede Pfeifenberger und verrät ein Geheimnis: "Heimo würde so gerne im Lungau eine kleine Alm- oder Berghütte pachten. Vielleicht ergibt sich das ja noch."


Quelle: SN

Aufgerufen am 16.10.2019 um 12:08 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-pfeifenberger-bua-schaffte-es-ganz-nach-oben-39999565

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