Chronik

Der Salzburg-Wanderer auf dem Holzweg

Der Wandersmann auf Zwischenstopp in Kuchl. Um ihn herum: vor allem viel Holz - aber auch noch mehr.

Bretter, Bretter und noch mehr Bretter: Wenn man von Golling in Richtung Hallein wandert, begreift man schnell, wieso Kuchl den Beinamen "Holzgemeinde" trägt. Rund 30 holzverarbeitende Betriebe sowie eine Reihe von einschlägigen Ausbildungsstätten gibt es im Tennengauer Ort - und das bei lediglich rund 7000 Einwohnern.

Eine Familie, die maßgeblich am Aufbau der Holzwirtschaft in Kuchl beteiligt war, findet man gleich am Ortsanfang. Dort, auf der rechten Straßenseite, hat die Firma Wimmer-Holz ihren Sitz. Das Familienunternehmen wird von den Geschwistern Elisabeth und Herbert Wimmer in zweiter Generation geführt. "Unser Vater hat schon als junger Bursch mit Rundholz gehandelt. Den Betrieb hat er 1957 gegründet, das dazugehörige Sägewerk vier Jahre später", erklärt Elisabeth Wimmer.

Die Kuchlerin ist praktisch mit Holz aufgewachsen: "Holz war in unserer Familie immer schon ein Thema. Mein Bruder und ich haben schon früh im Betrieb mitgearbeitet und diesen schließlich weitergeführt, als unser Vater gestorben ist (2000, Anm.)."

Familienoberhaupt Rupert Wimmer hat nicht "nur" im eigenen Betrieb, sondern in der gesamten Gemeinde Spuren hinterlassen. Tochter Elisabeth: "Er war schon so etwas wie ein Vorreiter der Holzgemeinde. Er wollte das Prinzip ,Leben mit Holz‘ groß machen. Nun versuchen wir, sein Erbe weiterzuführen."

Ein Vorhaben, das Erfolg zu haben scheint: 2008 wurde der Verein "Holzgemeinde Kuchl" gegründet, um "die vielfältigen Einrichtungen und Aktivitäten zum Thema Holz nachhaltig zu vernetzen". Obmann der Initiative ist Bruder Herbert Wimmer.

"Die ganze Gemeinde hat sich dem Thema Holz verschrieben", weiß auch Rupert Reindl. Der 33-Jährige hat vor rund einem Monat die Tischlerei seines Vaters in Kuchl übernommen. Die große Konkurrenz direkt im Ort ist dabei angeblich kein Problem: "Hier in der Gegend gibt es zehn oder elf Tischler - aber auch genug Arbeit für alle." Die Kunden der Tischlerei Reindl kommen etwa aus den Nachbargemeinden, aber auch aus Oberösterreich oder sogar München. Das Verhältnis zu den anderen Tischlern scheint intakt zu sein: "Sicherlich gibt es Konkurrenzdruck, aber keinen wirklichen Konkurrenzkampf", ergänzt Reindl.

Eine ähnliche Meinung haben auch branchenfremde Anrainer wie Rauchfangkehrer Walter Volaritsch: "Der Beiname kommt nicht von ungefähr - Kuchl ist zweifelsfrei eine Holzgemeinde. Man hat aber nicht das Gefühl, dass man sich gegenseitig etwas wegnehmen will. Da sich die meisten Betriebe spezialisiert haben, ergänzen sie sich ganz gut."

Auch der Familienbetrieb von Elisabeth und Herbert Wimmer hat sich spezialisiert. Wimmer-Holz verarbeitet in erster Linie heimisches Laubholz wie Buche oder Eiche. "Es gibt in ganz Österreich nur eine Handvoll Laubholzsagler", erklärt der weibliche Part der Geschäftsführung. Um die Zukunft muss sich die Holzwirtschaft in Kuchl laut Elisabeth Wimmer keine Sorgen machen: "Die Anzahl der holzverarbeitenden Betriebe ist seit Jahren mehr oder weniger stabil. Und das ist bei der heutigen Wirtschaftslage ja beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr".

Geplante Strecke für Dienstag: rund 16 Kilometer von Puch nach Ebenau über das Wiestal.

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