Chronik

Der Salzburg-Wanderer erkundet das Wiestal

Das Gebiet um das Wiestal hat vieles, was eine Urlaubsregion braucht. Dennoch ist man von einem wirklichen Tourismusgebiet weit entfernt, berichtet der Salzburg-Wanderer.

Von Puch Richtung Ebenau quer durch das Wiestal: Etappe elf der großen Salzburg-Wanderung war eine der schönsten überhaupt. Weite Wälder, der Stausee, ein grandioser Ausblick über den Talkessel - das Naherholungsgebiet Wiestal bietet einiges.

Touristisch erschlossen scheint die Region dennoch nicht zu sein. Ein Rad- oder Wanderweg, der vollständig um den See herum führt, etwa fehlt. "Das liegt zum einen daran, dass das Tal sehr eng ist, und zum anderen am Bauverbot, das nur den Wiestalern selbst Baurecht zuspricht", erklärt Maximilian Obermayr.

Der Flachgauer ist Tourismusobmann der angrenzenden Gemeinde Ebenau. Parallel führt er das einzige Hotel der Gemeinde: "Es stimmt schon. Die Region ist touristisch ein wenig verschlafen." Es gebe außer seinem eigenen Gasthof nur noch einige private Zimmervermieter, "doch auch die werden immer weniger".

Auch Christian Vaith, Kraftfahrzeug-Techniker in Ebenau, sieht die Lage ähnlich kritisch: "Tourismus gibt es bei uns praktisch gar nicht. Wie denn auch? Von hier aus kann man nicht einmal richtig Mountainbike-Touren machen." Ordentliche Radstrecken gebe es keine und wenn man versuche, sich über Wald und Wiesen einen Weg zu bahnen, "kriegt man sofort mit den Jägern aus der Gegend Probleme". Der Ebenauer ergänzt: "Dass es direkt im Ort kein einziges Hotel gibt, sagt doch alles."

Ein paar Möglichkeiten, sich in der Region touristisch auszutoben, gibt es aber doch. Entlang des Wiestalstausees trifft der SN-Wanderer etwa einige Angler. Einer von ihnen ist der 29-jährige Patrick Scherfler aus Bad Gastein: "Ich war das erste Mal hier, als ich zehn Jahre alt war. Seitdem komm ich immer mal wieder her. Der See ist zum Forellenfischen perfekt."

Auch Wolfgang Kufner ist regelmäßig um den Stausee unterwegs. Der 20-Jährige leitet Canyoning-Touren durch die Almbachklamm, direkt am Wiestalstausee: "Wir organisieren oft zwei bis drei Trips am Tag. Die Gegend ist optimal für Einstiegstouren, da das Wasser vergleichsweise warm ist." Der junge Pongauer ergänzt: "Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass die Region touristisch nicht wahnsinnig überlaufen ist. Der Natur tut das mit Sicherheit gut und die Ruhe hier hat wirklich was."

Geplante Strecke für Mittwoch: rund 17 Kilometer von Ebenau nach Seekirchen.

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