Chronik

Der Scheffauer Bürgermeister im Gespräch

Friedrich "Friedl"Strubreiter erzählt über die Hürden der Bürokratie und die Höhen und Tiefen im Leben eines Bürgermeisters.

Friedl Strubreiter vor der Kirche in Scheffau. Bild:  SN/sw/fagerer
Friedl Strubreiter vor der Kirche in Scheffau. Bild:

Das Wirtshaus als sozialer Treffpunkt im Ort ist ihm wichtig. Sport bringt dem 59-Jähren Ausgleich zum beruflichen Alltag. Seit 2014 ist Strubreiter Bürgermeister, seit heuer ist er auch Obmann des Regionalverbandes Tennengau. Außerdem ist er auch Vorstandsvorsitzender vom Reinhalteverband.


Was sind Ihre Aufgaben als Obmann des Regionalverbandes?

Da geht es sowohl um die Organisation des kompletten Linienverkehrs als auch um Regionalverbandsthemen wie beispielsweise das Aqua Salza in Golling. Das betrifft ja viele Gemeinden im Tennengau. Auch "Teambuilding" gehört zu meinen Aufgaben. Ich bin ja auch Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz. Da ist es egal, welche "Farbe" ein Bürgermeister hat. Wir haben mehr Kraft im Land, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen.

Vor Ihrer Wahl zum Bürgermeister waren Sie 30 Jahre beim Roten Kreuz. Nun sind Sie auch Geschäftsführer einer Medizintechnik-Firma. Wie geht sich das aus?

Ich habe in meiner Firma sechs Angestellte, davon eine , die bereits seit 16 Jahren im Betrieb ist. In der Gemeinde habe ich einen super Amtsleiter (Gerald Pernhofer), auf den ich mich verlassen kann. Ich bin gut aufgestellt und kann delegieren. Auch Christian Steiner vom Regionalverband ist ein Perfektionist und eine gute Stütze. Ich bin übrigens auch noch Vorsitzender der Innung Foto, Optik und Medizintechnik in der Wirtschaftskammer.


Sie sagten einmal, dass parteiübergreifendes Arbeiten wichtig sei?

Definitiv. Das Ziel soll sein, eine Gemeinde stabil weiterwachsen zu lassen. Dabei ist die Wirtschaft wichtig. Mein Wunsch wäre sowieso, dass jeder Gemeindebürger in der Scheffau einen Arbeitsplatz haben sollte. Das geht halt leider nicht. Insgesamt haben wir ca. 115 Gewerbe in der Gemeinde.


Welche Projekte laufen gerade?

Das Gewerbegebiet beim Harrbergsee war geplant, aber der Pächter machte uns leider einen Strich durch die Rechnung, indem er von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machte. Wir hoffen, einen anderen Gewerbegrund zu finden. Ein anderes Großprojekt ist der Neubau der Volksschule und des Kindergartens. Wir planen gerade ein Gebäude für doppelt so viele Kinder. Auch ein neues Wohnprojekt ist am Laufen und wird als fertiges Projekt verkauft, damit wir die neue Schule finanzieren können. Baubeginn ist vermutlich 2020. Was furchtbar ist an dem Ganzen: die Auflagen und Verwaltung. Es ist unvorstellbar, welche Behördengänge dafür nötig sind.

Haben Sie trotzdem Spaß am Bürgermeister-Sein?

Es gibt viele schöne, aber auch fordernde Momente. Wichtig ist es, die Leute zu mögen und einen breiten Rücken zu haben. Außerdem sollte man unbedingt abschalten können. Was mir auffällt: Der Egoismus unter den Bürgern wird mehr. Früher wurde viel mehr zusammengeholfen. Jedenfalls gönne ich mir 14 Tage Urlaub pro Jahr, weil die Gemeinde funktioniert auch ohne mich.


Wie geht es der Lammerklamm?

Wir hatten heuer einen Besucherrekord von über 50.000. Nun sind wir dabei, einen Teil der Klamm barrierefrei zu machen, damit Menschen mit Behinderung die Klamm erfahren können. Start des (Um-)Baus wird 2021/22 sein.

Aufgerufen am 27.09.2020 um 12:50 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-scheffauer-buergermeister-im-gespraech-76781422

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