Chronik

Der Schlüssel zum Erfolg ist Vereinbarkeit

Steigerung der Motivation oder geringerer Ausfall von Mitarbeitern: Der Erfolg vieler Betriebe hänge von der funktionierenden Kinderbetreuung ab.

Flexible Kinderbetreuung ist im Pongau ein starkes Thema. SN/sw/aufmesser
Flexible Kinderbetreuung ist im Pongau ein starkes Thema.

Die Ärztin Doris Aufmesser, Mutter zweier Kleinkinder und Geschäftsführerin einer Arztpraxis und Tagesklinik mit 30 bis 45 Mitarbeitern, hat sich aus eigenem Bedarf heraus eine Betriebs-Tagesmutter organisiert: "Ich stand ansonsten kurz davor, zwei sehr gute Mitarbeiterinnen, die Probleme bei ihrer Kinderbetreuung hatten, zu verlieren." Mittlerweile ist diese Betreuung in der eigenen Firma ein Erfolgsprojekt und wurde vergangene Woche bei einem Businessfrühstück, veranstaltet von Frau&Arbeit, "Lebenswelt Beruf", Wirtschaftskammer (WKS) und SBS, vorgestellt.

"Die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung ist für Unternehmen noch immer kein Magnet, jedoch sind die Vorteile, die sich daraus ergeben, erfolgsentscheidend", betont Esther Ebner, die ein - für Unternehmer kostenloses - Projekt im Pongau anbietet: "Wir beraten, informieren und zeigen den Klein- und Mittelbetrieben, wie sie ein solches Angebot effizient für sich nützen können." Gefördert wird dies von Bundesministerium und der EU.

Thomas Burgstaller vom AMS im Pongau: "Eine sehr wichtige Initiative, wie Betriebs-Tagesmutter-Modelle aussehen könnten. Die hohe Arbeitslosigkeit von Frauen im Pongau liegt auch an den Geschäftszeiten. Wir haben etwa 200 arbeitslos gemeldete Frauen und 250 freie Stellen. Der derzeitigen Kinderbetreuung fehlt die Flexibilität, vor allem am Nachmittag und am frühen Morgen."

Josef Felser von der WKS betont, dass es "gerade beim Gegensteuern zum Fachkräftemangel für manche Betriebe eine sehr gute Lösung sein könnte".

Der Wert für ihren Betrieb sei jedenfalls in Zahlen gar nicht messbar, meint Aufmesser: "Besonders Mütter fühlen sich ernst genommen. Das Betriebsklima und die Bindung an unser Haus haben sich dadurch verbessert." Trotz anfangs hohem persönlichen Aufwand ziehe sie ein absolut positives Fazit.

Ein höherer Aufwand, der aber so nicht mehr sein müsse, denn ein professionelles Team kümmere sich bei Bedarf kostenlos um eine gute Umsetzung, so die Veranstalter. Auch Gemeinden können dies in Anspruch nehmen.

"Betriebe müssen hier dringend umdenken", ist Ebner überzeugt. "Das ist Thema für die künftige Arbeitswelt. Wenn Firmen sich damit auseinandersetzen, steigen die Bewerbungen sprunghaft an. Die Lebensqualität Betroffener verbessert sich. Arbeitgeber sollten hier nicht hinterherhinken, sonst entsteht ein Handlungszwang, und das wäre nicht so gut." Auch Sabine Pronebner vom Forum Familie rät zu einer kostenlosen Bedarfserhebung. "Wir geben etwa juristische Beratung zu Förderungen, Hilfe zur Auswahl eines passenden Trägermodells oder zu notwendigen räumlichen Adaptierungen und vielem mehr."

Jedenfalls sei der Bedarf an einer möglichen Betriebs-Tagesmutter oft schwer wahrzunehmen, die Mitarbeiteranzahl sei jedoch nicht limitierend.

"Als Dienstleistungsbetrieb ist man absolut abhängig von gut qualifizierten Mitarbeitern", sagt Doris Aufmesser zum Erfolg.
Mehr Infos: lebenswelt.beruf@ esther-ebner.com

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