Chronik

"Der Winter kommt spät"

Wetterbeobachter Horst Nöbl sagt für Weihnachten Tauwetter voraus.

Horst Nöbl und die Bienenwaben: Die Verfügbarkeit von Waldhonig ist ein entscheidender Faktor in der Schnee-Prognose. Rachersberger
Horst Nöbl und die Bienenwaben: Die Verfügbarkeit von Waldhonig ist ein entscheidender Faktor in der Schnee-Prognose.

Viele können's kaum erwarten: "Bevor meine Prognose veröffentlicht wird, klingelt das Telefon regelmäßig", sagt Horst Nöbl. Nun ist sie da, die Vorschau für den Winter 2018/19. Wie gewohnt, kommt er durch Naturbeobachtungen und Jahresrhythmen auf seine Schlüsse. Es liegen Daten für die Nordalpen auf 800 Meter Seehöhe zugrunde. Der gesamte Pinzgau könne sich angesprochen fühlen.

"Kein Waldhonig-Jahr für die Imker, für die Prognose schon"

Im Sechs-Jahres-Rhythmus liege der bevorstehende Winter in einem Übergangsjahr nach zwei schneereichen. Einen Teil seiner Prognose liest Nöbl vom Waldhonig ab. "Gibt es welchen, so ist im darauffolgenden Winter mit doppelten Schneemengen wie in Jahren ohne Waldhonig zu rechnen. Leider hat der Wald heuer nur wenige Tage gehonigt, die Nährstoffe sind in die extrem starke Blüte und in die Zapfen gegangen." Für die Prognose sei das schwierig, dennoch rechnet Nöbl mit einem Waldhonig-Jahr. Dass überdurchschnittlich viel Schnee erst ab Februar zu erwarten sei, hänge mitunter mit den Pilzen zusammen. "Diese wuchsen in großen Mengen erst im September und bis in den Oktober hinein (viele Pilze - viel Schnee). Man kann daraus den Schluss ziehen, dass die größeren Schneemengen erst spät anfallen werden."

November: "Trüb, Niederschläge sind häufig. Die Temperaturen sind unterdurchschnittlich, reichen aber nicht für eine Schneedecke auf 800 m Höhe. In höheren Lagen kann sich eine geschlossene Schneedecke bilden. Gegen Ende des Monats nähert sich die Mitteltemperatur der Null-Grad-Grenze und es kann auf 800 m herunter schneien."

Dezember: "Anfang des Monats liegt die Mitteltemperatur knapp unter null Grad und es kann sich eine geschlossene Schneedecke mit zehn bis 20 cm bilden. In weiterer Folge wird es aber sehr warm und es folgt ein starkes Weihnachtstauwetter bis Neujahr. Die Prognose sieht für den 24. Dezember eine Schneehöhe von zehn Zentimetern vor, möglich ist aber auch ein gänzliches Wegschmelzen."

Jänner: "Die Durchschnittstemperatur von -2,5 Grad reicht für winterliche Verhältnisse. Die Schneedecke wächst rasch und das langjährige Mittel von 35 cm Schneehöhe wird erreicht. Die Skipisten werden mit ausreichend Naturschnee versorgt."

Februar: "Spät, aber doch, gibt es den Hochwinter mit strenger Kälte und einer maximalen Schneehöhe von rund 75 cm (durchschnittliche Schneehöhe über den gesamten Februar: 50 cm) auf 800 m Seehöhe. In den Hochlagen steigt die Schneehöhe auf rund 1,5 Meter."

März: "Bei einer Durchschnittstemperatur von plus vier Grad schmilzt der Schnee, die Schneedecke hält sich aber bis zum Frühlingsbeginn auf den Pisten den ganzen März. Es ist viel Schönwetter zu erwarten."

April: "Kühles Aprilwetter mit Niederschlägen, die in höheren Lagen noch als Schnee fallen, verursacht eine Verzögerung der Vegetationsentwicklung. Trotzdem wird es zu Ostern schon recht frühlinghaft."

Bei Nöbls Prognosen verhält es sich wie beim Lotto - alle Angaben ohne Gewähr. Er spricht von einer durchschnittlichen Genauigkeit von 80 Prozent. Kritik nimmt er locker: "Ich beobachte seit 48 Jahren Natur und Wetter in Saalfelden. Auf diese lange Sicht lässt sich sehr viel ableiten - natürlich mit gewisser Schwankungsbreite."

Aufgerufen am 18.01.2019 um 06:51 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-winter-kommt-spaet-60587854

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