Chronik

Desolater Forellenweg: Geschenkt ist der Stadt zu teuer

Ein knapp 100 Meter langes Stück des Forellenwegs gehört dringend saniert. Die privaten Besitzer wollen die Straße der Stadt schenken, weil sie die Zufahrt zu einer Siedlung im Ortsteil Herrenau darstellt. Die Stadt fordert jedoch von den Besitzern, sie zuerst zu reparieren, was die Eigentümer wiederum nicht einsehen.

Buchstäblich verfahren stellt sich die Situation am Lieferinger Forellenweg dar. Ein Teilstück der ohnehin höchst schmalen Straße, mit dichter Bebauung auf der einen und einer teils steil abfallenden Böschung auf der anderen Seite, befindet sich in Besitz von drei privaten Eigentümern - und ist ziemlich desolat. Ganz besonders auf Höhe Haus Nr. 55 ist die Abrutschgefahr hoch. Es gilt eine Tonnage-Beschränkung für Schwerfahrzeuge und ein allgemeines Fahrverbot, ausgenommen Zufahrt für die Anrainer im Gebiet Rott-Herrenau.

Bereits vor zwei Jahren sind die Eigentümer an die Stadt herangetreten, sie wollten das betreffende Teilstück der Stadt schenken. Zumal es auch um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer geht. "Falls einmal etwas passiert, sind die Grundbesitzer voll haftbar. Die Stadt hat bislang immer die Löcher ausgebessert oder im Winter geräumt, denn es wurden für die Siedlung Rott-Herrenau immer mehr Baugenehmigungen erteilt, und es wohnen inzwischen viele Leute dort", sagt Christoph Brandstätter, Obmann des Club Liefering.

Sanierung auf Steuerzahlerkosten?

Die Stadt Salzburg hat es nach mehreren ergebnislosen Besprechungen aber abgelehnt, die Straße im derzeitigen Zustand zu übernehmen. "Es kann nicht sein, dass die Besitzer das Straßenstück jahrelang verkommen lassen und dann, wenn es ums Herrichten geht, die Sanierungskosten den Steuerzahlern aufbrummen wollen", erklärt Alexander Reich, Sprecher von Baustadträtin Barbara Unterkofler (Neos). Das stimme so nicht, beteuern die Besitzer, die die Straße selbst kaum benutzen. "Der marode Zustand ist vor allem bedingt durch die Müllabfuhr-Lkw bzw. die Baufahrzeuge, die zu den Baustellen unterwegs waren", sagen sie. Das geltende Fahrverbot hätten sie selbst zu kontrollieren gehabt.

Die Stadt ist nach wie vor an einer Einigung interessiert und hat eine Kostenschätzung für die Sanierung erstellen lassen. "Eine Variante inklusive Stützmauer war den Eigentümern zu teuer, auch die kostengünstigere Variante ohne Stützmauer haben sie abgelehnt, weil sie dafür Grund abtreten hätten müssen. Dabei würde sich die Stadt sogar an den Kosten beteiligen", sagt Reich.

Was er nicht dazusagt: Damit verbunden wäre eine Verbreiterung von derzeit 2,5 Meter auf vier bis fünf Meter geplant, um Gegenverkehr zu ermöglichen. "Dem können wir nicht zustimmen, denn dafür müssten wir insgesamt fast tausend Quadratmeter abtreten", heißt es von einer Eigentümerin.

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