Chronik

Die deutsche Bundeskanzlerin besucht Salzburg

Am Freitag landete Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Salzburger Flughafen. Trotz auffälligen Flugzeugs doch völlig unauffällig.

Noch am Donnerstag stand sie in Berlin Journalisten Rede und Antwort, nur wenige Stunden später landete sie am Salzburger Flughafen. Um kurz vor 13 Uhr rollte am Freitag ein Bombardier Global 5000 Jet der Flugbereitschaft auf der Landebahn ein. Auf dem weißen Flieger stand in großen schwarzen Lettern "Bundesrepublik Deutschland" geschrieben. Die gesamte Länge zierten Streifen in Schwarz-Rot-Gold, den Farben der Flagge der Bundesrepublik Deutschland.

Ein schwarzer VW fuhr vor, dahinter zwei schwarze Audi und ein Mercedes-Bus. Fünf Personen stiegen aus den Wagen. Die Kabinentür öffnete sich, die deutsche Bundeskanzlerin stieg flotten Schrittes die Treppe hinunter, legte ihre Handtasche in den Kofferraum, begrüßte kurz das Sicherheitspersonal und stieg in eines der beiden Audi-Fahrzeuge. Keine drei Minuten später verließ die Flotte bereits den Flughafen.

Das Flugzeug hatte die Neugierde einiger Besucher der Terrasse beim Terminal 1 des Flughafens geweckt. Als die deutschen Touristen erfuhren, dass es sich um ihre Bundeskanzlerin handle, wurden die Augen groß. "Papa, was macht sie denn hier?", fragte ein Bub, der gleich mit dem Handy ein Foto des Fliegers schoss. "Sie wird wohl die Festspiele besuchen", mutmaßte der Vater.

Die kulturinteressierte CDU-Politikerin, die erst kürzlich zum sechsten Mal in Folge vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" an die Spitze der 100 Frauen mit dem weltweit größten Einfluss gesetzt worden ist, besucht die Salzburger Festspiele seit vielen Jahren. 2014 war sie etwa im Konzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung des Schweizer Dirigenten Philippe Jordan sowie im "Rosenkavalier". Die Inszenierung der Richard-Strauss-Oper von Regisseur Harry Kupfer dürfte gefallen haben: Im vergangenen Jahr besuchte die Bundeskanzlerin das Stück gleich ein zweites Mal. Auch die konzertante Aufführung "Werther" von Jules Massenet stand auf dem Programm.

Offiziell hat Merkel bereits seit einer Woche frei, der Sommerurlaub verlief bisher jedoch wenig erholsam. Kaum hatte sie sich offiziell in die Ferien verabschiedet, war sie nur einen Tag später bereits wieder im Kanzleramt, um das kurzfristig einberufene Bundessicherheitskabinett zu leiten und sich anschließend zum Amoklauf in München zu äußern. Am Donnerstag unterbrach Merkel ihren Urlaub erneut. Sie gab ihre jährliche politische Bilanzpressekonferenz, die erst nach der Sommerpause erwartet worden war. Eigentlich waren für ihren dreiwöchigen Urlaub keine öffentlichen Auftritte als Kanzlerin geplant gewesen.

Gewohnheitsgemäß fährt Merkel in ihrem Urlaub zum Wandern nach Südtirol. Dazwischen bleibt meist Zeit für einen Besuch der Salzburger Festspiele. Die deutsche Bundeskanzlerin sollte über das Wochenende in Salzburg bleiben. Sie sei privat unterwegs, hieß es am Salzburger Flughafen.

Am Freitagabend besuchte sie das Gourmetrestaurant von Johanna Maier in Filzmoos.

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