Chronik

Die Dürre setzt Wiesen und Feldern zu

Im Pongau gibt es wegen der vergangenen langen Trockenheit bereits große Schäden für die Landwirtschaft.

Die steilen und südseitig gelegenen Wiesen in Goldegg/Mayerhof sind braun gefärbt und für die grasenden Rinder gibt es immer weniger bis kein Futter mehr: "Es wächst da nichts mehr", sagt Biobauer Ernst Lottermoser.

Der Brunnen beim Nebengebäude ist leer, aber der Unteraigenbauer behilft sich mit einem Gartenschlauch, der das Wasser dorthin liefert. Trotzdem sei es für seine Rinder auf den umliegenden Wiesen besser als im Stall, "weil sie durch die Bäume Schatten bekommen".

In den letzten fünf Wochen hat es durchschnittlich um 60 Prozent weniger Niederschlag in dieser Gegend gegeben als in den letzten zehn Jahren zuvor.

Lottermoser bewirtschaftet mit seiner Familie einen 12,5 Hektar großen Hof. Er zeigt auf die Nachbarwiese: "Die wurde vor zehn Tagen gemäht. Der steile Hang bleibt heuer braun."

Jammern will er aber nicht, obwohl einige Bauern in seiner Nachbarschaft schon verzweifelt sind, denn im letzten Jahr waren sie vom Hagel stark betroffen und heuer ist es dort die Dürre, die ihnen zu schaffen macht. Auf manchen vertrockneten Weiden wächst nichts mehr außer Disteln. "Wir haben 2017 für die elf Häuser der Umgebung eine eigene Quelle neu gefasst", sagt Lottermoser, der auch Obmann der dortigen Wassergesellschaft ist, "und so können wir hier erfreulicherweise seit einer Woche Quellwasser der Gemeinde hierher notumleiten. Ich bin so froh, dass wir das gemacht haben, ich hätte nie gedacht, dass das so schnell nötig ist."

Einige andere Bauern müssen allerdings für das Nutzvieh das Wasser aus Gräben, dem Wengerbach oder Putzengraben holen. "Die freiwillige Feuerwehr hilft uns dabei auch mit Wasser aus den Hydranten aus."

Was heuer sicherlich bleibt, ist ein Minderertrag, und "wie hoch der Schaden ausfallen wird, das ist noch nicht abzuschätzen, das wird sich mit der weiteren Wetterentwicklung noch zeigen."

Viele Bauern kaufen jedoch schon Futter aus der Gegend zu. Lottermoser muss einige seiner Jungtiere in den nächsten Tagen von der Alm holen, da es dort zu wenig Wasser gibt. "Aber andere Bauern, wie etwa einer, der seine Viecher auf der Alm in Kolm-Saigurn hat, der kann sie sogar noch länger oben lassen. Dort hat es nämlich öfters geregnet."

Kleinräumig gebe es im Pongau eine sehr unterschiedliche Situation, sagt auch Gottfried Rettenegger von der Bezirksbauernkammer (BBK) im Pongau: "In gewissen Gegenden wie in Bischofshofen oder Radstadt gab es mehr Niederschlag als etwa in Goldegg und St. Veit. Gerade dort sehen wir extreme Trockenschäden, teilweise ist den Bauern in einigen Gegenden das Wasser ausgegangen."

Generell sei die Situation für alle Bauern im Pongau durch die längere Hitzeperiode schwierig geworden, wobei sich die Situation ständig kleinräumig ändere. In Großarl und im Gasteiner Tal sei es derzeit für die Bauern noch überschaubarer, "obwohl auch dort schon kleinräumig sehr sonnige und steile höhere Flächen nach der Mahd komplett braun sind". Und das Futter werde dort eben von Tag zu Tag weniger.

Jeder Landwirt kann sich gegen Dürre bzw. Hagel versichern lassen. Deshalb werde auch von der öffentlichen Hand aus dem Katastrophenfonds dann nicht mehr unterstützt, erklärt Gottfried Rettenegger. "Wenn Bauern nicht versichert sind, dann ist es ihr eigenes Risiko."

Erwartet werde heuer aufgrund des frühen und guten Wachstums und auch wegen der langen Hitzeperiode ebenso ein früherer Almabtrieb: "Ein bis zwei Wochen früher - im ganzen Bundesland", so der Geschäftsführer der Bezirksbauernkammer. Im April waren die Temperaturen um durchschnittlich fünf Grad höher: "Es gab einen frühen Auftrieb, da die Almen sehr viel früher grün waren. Das stärkere anfängliche Wachstum und die spätere Trockenheit haben aber dazu geführt, dass dem Vieh auf den Almen bereits jetzt das Gras ausgeht."


Aufgerufen am 12.12.2018 um 07:31 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-duerre-setzt-wiesen-und-feldern-zu-39063352

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