Chronik

Die ersten Schneekanonen sind schon in Betrieb

In den Salzburger Wintersportorten verfolgen die "Schneemacher" die Wetterentwicklung genau. Minusgrade machen sie glücklich.

Die ersten Schneekanonen sind schon in Betrieb SN/berthold schmid
Michael Koch inspiziert ein Schneekanone in Obertauern. Wenn es kommende Woche kalt bleibt, stehe einem Skibetrieb ab 16. November nichts im Wege.

Minus fünf Grad in 2000 Meter Höhe in der Nacht und dann Schneefall bis auf 600 Meter herab: Diese Wetterpro gnose für den kommenden Sonntag löst bei vielen Liftgesellschaften und Touristikern im Bundesland Salzburg Freude aus: "Wir haben bereits am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag mit der künstlichen Beschneiung begonnen", schilderte Klaus Steinlechner, Obmann der Lift gemeinschaft Obertauern. Etwa 200 Schneekanonen und Lanzen seien stundenlang in Betrieb gewesen und hätten auf den Pisten eine bereits ansehnliche Schneedecke gezaubert. "Aber wenn nach dem Wochenende auch noch Naturschnee dazukommt und die Temperaturen wie laut Pro gnose weiterhin unter null Grad bleiben, sind wir glücklich", sagte auch Michael Koch, stell vertretender Betriebsleiter der Zentralbahn und der Sonnenlifte Obertauern. Am Freitag seien in seinem Bereich 19 Schneekanonen gelaufen, ehe man gegen Mittag abschalten musste. "Der Föhn ist zu stark geworden, das Thermometer ist ins Plus gestiegen. Aber es wird ja wieder kälter."

Bei Mario Siedler, Geschäftsführer des Tourismusverbands Obertauern, ist ebenso Optimismus angesagt: "Wenn alles gut läuft, können wir am 16. November die Lifte starten, am 3. Dezember ist wie geplant die offizielle Eröffnung."

Doch nicht nur in Obertauern, auch in den umliegenden Ski regionen wird aus den Schnee kanonen "gefeuert". Für Reinhard Perwein, Betriebsleiter der Lifte in Zauchensee, steht fest, dass kommende Woche Tag und Nacht so richtig Schnee gemacht werden könne. Vorrang habe dabei der Gamskogel, der Hausberg. Wenn alles gut laufe, könne auch bis 3. Dezember die Verbindung nach Flachau-Winkl aufgemacht werden.

Skibetrieb ist jedenfalls schon am Kitzsteinhorn möglich, wo ebenfalls noch künstlich beschneit wird, wie Maria Hofer, Marketingleiterin der Kitzsteinhorn-Gletscherbahnen Kaprun AG am Freitag bestätigte. Ein Blick in die Wetter-Webcams der Salzburger Skiorte zeigte jedenfalls, dass durchwegs ab den Mittelstationen in Höhen von rund 1500 Metern bereits erste Schneebänder auf den Pisten entstanden sind.

118 Speicherteiche

Salzburg hält einen Rekord. Nirgendwo sonst gibt es so viele Speicherteiche, die den "Rohstoff" für die künstliche Beschneiung liefern. In diesen 118 Speicherteichen in Salzburg liegen 5,13 Mill. Kubikmeter Wasser parat. Ein Großteil davon wird in den kommenden Tagen für die Grundbeschneiung der Pisten verwendet. Das Ausmaß der Pisten beträgt 5000 Hektar.
Bei der Grundbeschneiung werden die Pisten mit 20 Zentimeter Schnee belegt. Laut Beantwortung einer Anfrage im Landtag liegt der Wasserbedarf "im klimatischen Normaljahr" bei 3000 m3/ha. In klimatischen Extremjahren könne er auf 4000 m3/ha steigen. In Salzburg gilt für technisch erzeugten Schnee das "Reinheitsgebot" - nur Wasser und Luft. Die Verwendung von Zusatzmitteln ist nicht erlaubt.

Aufgerufen am 20.11.2018 um 01:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-ersten-schneekanonen-sind-schon-in-betrieb-914626

Schlagzeilen