Chronik

Die Goldrute im Moor muss weg

Die Motorsense bahnt sich mit scharfer Klinge ihren       Weg durch Gelb und Grün. Entlang des Wallerbachs im Wenger Moor geht es bei der "Umweltbaustelle"      den Neophyten an den Kragen.

Sie haben ein Herz für die Natur. Acht junge Leute trafen sich kürzlich in der Wenger Au, um in ihrer Freizeit etwas für die Umwelt zu tun. Eine ganze Woche sind die engagierten Naturschützer rund um die Organisatoren Robert Reischl aus Hallwang und Francesca Christ aus Grödig im Land Salzburg unterwegs. "Das ist unser Urlaub", sagt Florian Tesarek aus Wien. Und Judit Repas, ebenfalls aus Wien, ist heuer zum zweiten Mal an der Umweltbaustelle (siehe Kasten rechts) mit dabei. "Man ist mit netten Leuten zusammen, ist in der Natur und macht gleichzeitig etwas Sinnvolles", sagt sie.

Naturjuwel muss

gepflegt werden

Die Redaktion trifft im Wenger Moor entlang des Wallerbachs auf die engagierte Truppe. Sie mähen hier mit der Motorsense Neophyten wie Goldruten, Japanischen Staudenknöterich oder Indisches Springkraut - "überall dort, wo die Bauern mit ihren Mährobotern nicht hingekommen sind", sagt Elisabeth Ortner vom "Haus der Natur". Sie weiß um das Juwel im Wenger Moor mit einem Vorkommen "wichtigster Wiesen" im ganzen Flachgau. "Hier gibt es Orchideen, Lungenenzian, Sibirische Schwertlilie und an die 15 Heuschreckenarten", gerät sie ins Schwärmen. Nur ein Mal im Jahr mäht der Bauer seine ungedüngten Streuwiesen mit Engelwurz, Johanniskraut, Heilzist, Sauergräsern etc. Dieses Heu nimmt er nach wie vor als Einstreu im Viehstall. Auch viele europaweit gefährdete Schmetterlingsarten leben zuhauf in diesen Wiesen. Wie der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der seine Eier nur in Wiesenknopf-Knospen legt. Und wenn die Raupe dann nach ihren Mahlzeiten aus dieser herunterpurzelt, lässt sie sich von einer Ameise in ein Nest tragen und wird dort gefüttert. Auch aufgrund dieses Vorkommens ist das Wenger Moor ein "Natura-2000"-Schutzgebiet. Mit Neophyten, die heimische Pflanzenarten nach und nach verdrängen, haben Naturschützer wenig Freude. Umso mehr Entzücken ruft ein abgemähter Buschen Goldrute bei den sieben Ziegen von Elisabeth Ortner hervor.

Viel los im Moos

Die Biotopschutzgruppe HALM (Heimisches Arten- und Lebensraummanagement) agiert seit 2001 im Bundesland Salzburg als Naturschutzverein.

Mehr als 1100 Stunden unbezahlter, jedoch unbezahlbarer Arbeit erbringen ca. 50 Mitglieder für den Naturschutz. Ein großer Teil dieser Arbeitsstunden fällt für die Pflege von Wiesen und Halbtrockenrasen, für Nachzuchtprojekte sowie jährliche Umweltbaustellen an.


Der Österreichische Alpenverein organisiert und sponsert über 40 Umweltbaustellen und Bergwaldprojekte in Österreich. In Salzburg war man nun am Fritzbach (Pfarrwerfen), in Adnet, an der Taugl und im Wenger Moor aktiv.
www.halm-salzburg.at

Aufgerufen am 23.10.2018 um 07:28 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-goldrute-im-moor-muss-weg-38779534

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