Chronik

"Die Heimat von oben entdecken"

Der 87-jährige Sepp Schiefer durfte seine noch "fehlenden" heimatlichen Tourenziele aus der Vogelperspektive bei einem Rundflug erleben.

"Es war einfach überwältigend", meint Sepp Schiefer zu seinem ersten Flug über die heimische Bergwelt.

Der ehemalige Landwirt und Almbauer genoss mit Pilot Gerald Lehner - er stammt aus Bad Gastein und ist Mitglied beim Österreichischen Sportfliegerclub (ÖSC) in der Stadt Salzburg - die tief verschneiten Gebirgsketten aus der Vogelperspektive.

"Über eine Stunde sind wir mit einer Katana DV20 geflogen. Es ging über den Gosaukamm, rund um die Bischofsmütze. Dann zum Hochkönigmassiv, zum Watzmann und zum Großen Hundstod. Es war spektakulär, die Berge erstmals so zu erleben", meint der noch immer sichtlich gerührte Schiefer. Sein Sohn, Bergführer Sepp Schiefer, hätte ihn überrascht und gefragt, ob er spontan Zeit und Lust für einen Flug habe. "Dann ist er mit mir und meinem Enkerl Finn zum Salzburger Flughafen gefahren und schon ging es los", lacht der Senior. "Mein Vater hat erst spät mit dem Bergsteigen angefangen", erzählt Schiefer junior, "so konnte er seine noch ausständigen Tourenziele zumindest aus der Vogelperspektive erleben. Immerhin hat mein Vater mit mir zu seinem 80. Geburtstag noch die Dachsteinüberschreitung gemacht. Über den Westgrat zum Gosaugletscher und zur Simonyscharte."

"Vorher hatte ich ja auch keine Zeit zum Bergsteigen", schmunzelt der Senior, "aber dann ging es los mit einer Radtour von Salzburg nach Venedig. Den 70. Geburtstag habe ich auf 2750 Metern gefeiert", meint der rüstige Flachauer, der sich noch immer mit täglichem Skifahren fit hält.

Auch Captain Lehner zeigte sich bewegt: "Auch wenn man an direkt aufeinanderfolgenden Tagen zu denselben Bergen fliegt, so ist immer alles anders und neu. Das Licht, die Wolken, die Sekunde, die Minute, die Stunde und der Tag. Viele Perspektiven und Blickachsen entstehen zufällig, weil die Flughöhen je nach Wind und Wetter anders sein können. Man entdeckt immer Neues.

Ich hatte schon Passagiere an Bord, die brachen in Tränen aus vor Freude, als wir die Abbruchkanten von Dachstein-Südwand und Hochkönig-Südwand überflogen, in einer leichten Kurve, dass man gut runtersah, wie tief und schön das alles ist. Es berührt mich tief, wenn die Gebirgler ihre Heimat auf diese Art das erste Mal von oben sehen.

Viele entdecken, dass die Berge und Almen und Wälder noch ganz andere Gesichter haben als die, die man ein Leben lang gewohnt ist, wenn man sie vom Boden aus betrachtet."
Alle Bilder: https.//t1p.de/emqk

Aufgerufen am 28.01.2021 um 04:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-heimat-von-oben-entdecken-83721178

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