Chronik

Die Jahreskarte gilt für die drei Freibäder nicht

230 Euro hat er für seine Hallenbad-Karte berappt, nun steht Erwin Krexhammer vor verschlossenen Freibad-Türen. Die Stadt bleibt unerbittlich.

Schwimmen ist ein gesunder Ausdauersport für Jung und Alt. Das weiß niemand besser als der 81-jährige Erwin Krexhammer. Der pensionierte Drogist zieht regelmäßig seine Bahnen: 1000 Meter schwimmt er jeden zweiten Tag. Deshalb besitzt er auch eine Jahreskarte für das AYA-Hallenbad. 230,50 Euro hat sie ihn gekostet.

Umso mehr frustriert ihn, dass er mit dieser Karte keinen Zutritt in die drei städtischen Freibäder bekommt - nicht einmal in das räumlich direkt angrenzende AYA-Freibad. Dafür müssen Jahreskarten-Besitzer wie er um weitere 64,80 Euro eine Saisonkarte für die Freibäder erwerben.

"Viele Stammgäste sind angefressen, aber keiner unternimmt etwas." Er selbst hat deshalb in einem Leserbrief auf diese Misere hingewiesen. Wie es aussieht, ohne Erfolg: Bei der Stadt als Betreiber der Bäder reagiert man verschnupft. Er kenne den Herrn und habe ihm die Situation auch sehr freundlich erklärt, sagt etwa Josef Reichl, langjähriger Leiter der städtischen Betriebe.

Die da nämlich ist: Die Zutrittssysteme sind nur entweder auf einen Besuch im Hallenbad oder im Freibad ausgelegt. Der Gast muss sich also bereits im Eingangsbereich festlegen, ob er durchs Drehkreuz rechts ins Hallenbad oder durchs Drehkreuz links ins Freibad geht. Das Kassasystem anders zu programmieren, sei aufgrund unterschiedlicher Tarife nicht möglich, ohne sich der Missbrauchsgefahr auszusetzen.

Eine Kulanzlösung scheiterte im Vorjahr. Da duldete man es seitens der Stadt vorübergehend, dass die Leute über einen Bedienstetenzugang hin- und herwechselten. "Wir mussten die Tür aufspreizen, weil ich ja dafür kein Personal abstellen kann. Das Ergebnis war das Chaos pur. Die Leute wechselten wie wild, die Kassadamen verloren den Überblick", schildert Reichl die Umstände. Jetzt fühlt sich der Mann für seine Gutmütigkeit bestraft. Aber: Die allermeisten Gäste hätten sich verständig gezeigt, Wirbel schlagen immer einzelne.

Für Krexhammer ist die Stadt am Beispiel Bad von Bürgernähe meilenweit entfernt. Er pocht auf eine differenzierte Sichtweise. Die über 8000 Saisonkarten-Besitzer für die Freibäder wüssten ja im Vorhinein, dass sie ihre Karte nur für einen begrenzten Zeitraum erwerben. Aber für die knapp 700 Jahreskarten-Besitzer könnte doch eine Ausnahme gemacht werden, zumal das Hallenbad nicht einmal über einen abgegrenzten Freibereich zum Sonnen verfüge. "Das stimmt, weil es zunächst auch nur als Ersatzschwimmhalle für das gerade in Umbau befindliche Paracelsusbad gesehen wurde", räumt Bernd Huber aus dem zuständigen Ressort von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) ein. Die Situation sei unbefriedigend, ja, sagt Huber, aber eine Ausnahme könne es zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben, weil darüber hinaus noch ein Kapazitätenproblem existiere. Reichl führt aus: Das Hallenbad ist auf 200 Menschen begrenzt. "Was aber tun, wenn im Sommer um 15 Uhr ein Gewitter kommt und alle postwendend ins Hallenbad strömen? Das ist sofort überfüllt."

Die herrschende Platznot bestätigt Johann Biechl von der Wasserrettung, Ortsstelle Salzburg-Stadt. Der Verein hält im AYA-Hallenbad jeden Mittwoch zwei Stunden lang Schwimmkurse ab. Zwischen 80 und 120 Kinder nehmen teil. Durch den Umbau des Paracelsusbades habe die Stadt den Vereinen Schwimmzeiten gekürzt. "Wir haben viel zu wenig Zeit und Platz", beklagt Biechl. Der Bedarf wäre weitaus größer. Ein Beispiel: Vor zwei Wochen wurde ein Kurs ausgeschrieben, der erst im Juli startet. Biechl: "Er war binnen nur eines Tages ausgebucht." Erwin Krexhammer ist unzufrieden angesichts des mangelnden Service-Gedankens. Trotzdem hat er sich gebeugt und zusätzlich eine Freibad-Saisonkarte um 64,80 Euro erstanden. Und: Er hat den Vergleich mit anderen Landeshauptstädten angestellt. So verfügt Linz über vier, Wien über zwölf Hallenbäder. In Linz kostet die Jahreskarte 166, in Wien 212 Euro. In beiden Städten können damit alle Freibäder mitbenützt werden. Salzburg ist also um zwei Drittel teurer als Linz und um ein Drittel teurer als Wien.

Daten & Fakten zu den Schwimmbädern

Mit rund 10.000 Gästen in den ersten drei Wochen legten die städtischen Freibäder einen sehr guten Saisonstart hin.
4100 Saisonkarten wurden bereits an die Frau und den Mann gebracht. Eine solche kostet für Erwachsene regulär 64,80 Euro, für Familien 78,70 Euro. Ermäßigt baden gehen Kinder, Jugendliche, Studenten, Lehrlinge, Menschen mit Behinderung, Senioren mit Ausgleichszulage sowie Zivil- und Präsenzdiener.

Der Lepi-Bus geht in die zweite Saison. Er dreht als Linie 23 von 1. Mai bis 9. September im 15- bis 30-Minuten-Takt seine Runden: vom Stadtzentrum (Ferdinand-Hanusch-Platz) ins Freibad Leopoldskron. Mit dem Familienpass darf man mit der
Minimum-24-Stunden-Karte fahren (1,80 Euro im Vorverkauf, Kinder/Enkerl bis 14 gratis).

Aufgerufen am 21.10.2018 um 01:35 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-jahreskarte-gilt-fuer-die-drei-freibaeder-nicht-28045831

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