Chronik

Die jahrhundertealte Pinzgauer Wallfahrt findet heuer nicht statt

Teilnehmer der Pinzgauer Wallfahrt bei einem Gebetshalt. SN/georg kirchner
Teilnehmer der Pinzgauer Wallfahrt bei einem Gebetshalt.

Rund 5000 Menschen nahmen in den letzten Jahren am 28. Juni an der größten Wallfahrt Salzburgs teil - der Glocknerwallfahrt oder Pinzgauer Wallfahrt. Die Startpunkte auf Salzburger Seite sind Rauris und Fusch. Das Ziel ist die Wallfahrtskirche Heiligenblut in Kärnten. Für 2020 hat sie der veranstaltende Verein "Die Pinzgauer Wallfahrt nach Heiligenblut" abgesagt. Der Grund ist, dass man die Großveranstaltung wegen der Beschränkungen in Folge der Coronakrise nicht in der gewohnten Form abhalten könne.

Die Wallfahrt lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Pilger bitten bei der Wallfahrt um Schutz für Haus und Hof. Ursprung soll ein Gelöbnis sein, mit dem die Leute die Pest und den Wolf fernhalten wollten. Auf der 35 Kilometer langen Strecke, die auf alten Wegen und der Glocknerstraße verläuft, werden immer wieder Gebetsrasten eingelegt. Die Mittagsrast findet auf dem Elendboden kurz vor dem Hochtor statt. Bei der Wallfahrt im Jahr 1683 erfroren dort 37 Pilger in einem Schneesturm. An sie erinnert eine Gedenktafel.

Die Nationalsozialisten verboten 1940 die Wallfahrt. Manche Wallfahrer hielten die Tradition dennoch aufrecht und wurden verhaftet. Sicher werden auch heuer am 28. Juni einige Pilger die Wallfahrt auf eigene Faust unternehmen.

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Von Mathilde Gattol
21. September 2020
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