Chronik

"Die Stimmung in der Gemeinde ist gekippt"

Der Vorstand des Tourismusverbandes ist zurückgetreten. Es gibt heftige Diskussionen.

Nikolaus Rettenwender, Vizebürgermeister (ÖVP) in Filzmoos SN/sw/riedler
Nikolaus Rettenwender, Vizebürgermeister (ÖVP) in Filzmoos

"Die Situation in der Gemeinde ist schwierig", sagt der Filzmooser Vizebürgermeister Nikolaus Rettenwender (ÖVP), "es gibt kein Miteinander mehr."

Der komplette Vorstand des Tourismusverbandes (TVB) mit Andreas Gann und seinem Stellvertreter und langjährigem Finanzreferenten Johannes Mayr, mit Gabriela Seiwald und Geschäftsführerin Eva Salchegger ist aufgrund politischer Turbulenzen zurückgetreten. "Unrealistische Pläne, wie ein neues Parkhaus um sieben Millionen Euro, sollen mit Biegen und Brechen umgesetzt werden. Dabei hat Filzmoos genügend Parkflächen und braucht das gar nicht. Es muss nur ein ordentliches Parkraumbewirtschaftungskonzept her." Rettenwender engagiert sich seit 25 Jahren in der Gemeindevertretung. Bei der vergangenen Wahl gab es mit Christian Mooslechner (SPÖ) einen Bürgermeisterwechsel; Mooslechner folgte mit 54,8 Prozent der Stimmen dem langjährigen Bürgermeister Hans Sulzberger (ÖVP). "In den ersten Monaten war ich viel in der Gemeinde", so Rettenwender, "um den neuen Bürgermeister zu unterstützen. Es gibt ja viel für Filzmoos umzusetzen. Winterschäden mussten repariert und Neubauten und Sanierungen organisiert werden. Aber jetzt ist die Stimmung in der Gemeinde komplett gekippt. Man will uns alte Köpfe weghaben. Unsere Vorschläge werden vom Tisch gewischt und es wird nur mehr gestritten. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde etwa der bereits fixierte Neubau des Ärztehauses samt Eigentumswohnungen am vorgesehenen und kostengünstigen Standort gestrichen. Momentan ist Filzmoos leider in zwei Gesellschaften geteilt."

Bürgermeister Mooslechner zu den Vorwürfen: "Die Entscheidungsgründe für den Rücktritt des Vorstandes im TVB kenne ich nicht, aber es gibt positive Gespräche zur Zukunft."

Zu den Parkhausplänen meint er, dass es nur einen Beschluss für einen Plan gäbe und noch keinen zum Bau. "Aber an diesem Standort wäre es vom Verkehr her am sinnvollsten."

Weiters kritisiert die ÖVP, dass Mooslechner plane, den ehemaligen Bürgermeister von St. Margarethen (Lungau), Gerd Brand (SPÖ), in der Gemeinde als Berater einzustellen. Dahinter vermutet man seitens der ÖVP eine dauerhafte Etablierung eines SPÖ-Politikers. "Ein persönlicher Sekretär des Bürgermeisters, das ist ja völlig untypisch für eine Gemeinde", so Rettenwender. Das wiederum stimme auch nicht, so der Bürgermeister, "ich bin Quereinsteiger und wir haben vieles für Filzmoos umzusetzen."

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