Chronik

Die Suche nach dem richtigen Schauplatz im Tennengau

Lukas Valenta Rinner lebt zwar in Wien, war jedoch gerade auf "Location Scouting" im Tennengau.

Vom Tennengau in die Welt: Lukas Valenta Rinner. Bild:  SN/sw/nabisfilm
Vom Tennengau in die Welt: Lukas Valenta Rinner. Bild:

Komfort und Routine langweilen ihn. Nach eigenen Aussagen braucht er das Abenteuer und die Herausforderung. Daher sucht er sich immer schwierige Projekte aus, die er in die Tat umsetzt. Es ist also wenig verwunderlich, dass Lukas Valenta Rinner in Barcelona Filmregie studiert und anschließend in Buenos Aires den Bachelor gemacht hat.

Bereits einige Auszeichnungen für Rinners Filme

Zwei seiner Filme haben bereits große Auszeichnungen erhalten: Mit "Parabellum", seinem Debütfilm gewann er den Nachwuchsfilmpreis im Jahr 2015. Mit "Die Liebhaberin" gewann er bei der Diagonale auf Anhieb den ersten Preis, sowie auch bei der Viennale. Wie das ging? "Wir bekamen aus Korea die Möglichkeit, innerhalb von einem halben Jahr einen Film zu produzieren, komplett finanziert. Also habe ich mit einem Team von circa 20 Personen das Drehbuch geschrieben, daneben schon gedreht und auch gleichzeitig mit dem Schneiden angefangen. Aber das war schon Stress pur." Der wahre Stress ging aber erst los, als der Film nach der Preisverleihung für sechs Monate auf Tour ging - mit Terminen auf der ganzen Welt.

Sein letzter "Clou" war der Film "Far from us", für den er als Produzent gearbeitet hat. Dieser wurde bereits auf der Berlinale vorgestellt und ist nun auf"Festival-Tour". Die nächste Premiere folgt bald in Indien.

Firmensitze in Salzburg und Bueons Aires

Seit 2018 lebt Rinner wieder in Wien, nachdem er zwölf Jahre in Buenos Aires verbracht hat. Gebürtig stammt er aus dem Tennengau, genauer gesagt aus Puch. Im Alter von 18 Jahren ist er jedoch bereits ausgewandert.

Seine Filmfirma, genannt nabisfilm, hat zwei Firmensitze: in Buenos Aires und in Salzburg. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb Rinner bisher ausschließlich spanische Filme produzierte.

"Location-Scouting" in Salzburg

Ende August war der Produzent und Filmregisseur auf "Location-Scouting" in Salzburg, das bedeutet: Er suchte nach passenden Orten für sein jüngstes Filmprojekt. Darin geht es um das Thema Burschenschaften und Schlepper. "Das wird der erste 100% österreichische Spielfilm von mir. Ich möchte dabei das, was meist in der Gesellschaft verborgen ist, hervorbringen. Das wird eine schwarze Komödie", so Rinner, der gerade am Ende der Drehbuchentwicklung ist.

Jetzt geht es an die Themen Finanzierung und Drehbeginn. "Eventuell werde ich auch im Tennengau oder Raum Hallein fündig. Hier sind viel schöne Torbögen und Gänge, das würde gut zum Film passen", sagt Rinner.

Über Charity-Projekte und seinen Künstlernamen

Während Rinner im Tennengau auf der Suche nach dem passenden Schauplatz war, hat er nebenbei die Kinder des Ferienprogramms "Lernen mit allen Sinnen" filmisch begleitet, die ein Musical einstudiert hatten. "Ich habe das hier als Charity-Projekt gemacht", sagt er augenzwinkernd.

Ob er vom Filme-Machen leben kann? "Ja, mittlerweile schon. Und so ist auch meine Mama beruhigt. Wobei: Meine Eltern haben mich immer unterstützt." Wie kommt man nun auf den Namen Valenta als Künstlername? "Die Argentinier haben meinen Nachnamen nie richtig verstanden und so habe ich mich für den Beinamen Valenta entschieden. Das hat alles ein wenig einfacher gemacht."


Aufgerufen am 01.12.2020 um 03:46 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-suche-nach-dem-richtigen-schauplatz-im-tennengau-76781572

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